Rotel Reiseblog

Michael unterwegs auf dem Pamirhighway

Zu dieser Rotel Reise: Auf dem Pamirhighway durch Kirgisistan und Tadschikistan

Kirgisistan und Tadschikistan, die beiden so faszinierenden wie unbekannten Länder Zentralasiens durfte ich im Juli 2018 mit Rotel bereisen.

Unterwegs mit dem 20-Sitzer Allradbus machten wir die Tour unter der Leitung von Frau Maria Dirkes-Kuhn von Bischkek in Richtung Duschanbe. Dabei umrundeten wir zunächst den Issyk Kul, durchquerten Mitte der Reise das Pamir Gebirge auf dem legendären Pamirhighway und folgten gegen Ende dem Pjandschflusstal an der afghanischen Grenze Richtung Duschanbe.

Land und Leute

Auf unserem Weg erwarteten uns märchenhafte Landstriche. Der riesige Issyk Kul See mit Blick auf das Tien Shan Gebirge am Horizont, endlose Gebirgsweiden bevölkert mit Yaks und Pferden, mystische bunte Hochgebirgsszenerien und die reißenden Ströme im Pjandschflusstal hinterließen bei mir für immer unvergessliche Eindrücke. Das erste Mal, als wir von Sary Tash zum Pamir Gebirge blickten, war ein ganz besonderer Moment. Auf den steilen Straßen sollten wir eine Passhöhe von über 4655 Metern erreichen (fast Mont Blanc Höhe!). Im Pamir begegneten wir einem faszinierenden Volk, den Pamiri, welche uns mit einer außerordentlichen Gastfreundschaft und Unvoreingenommenheit begegneten. Öfters wurde die ganze Gruppe spontan zu Tee, Yak-Yoghurt und Brot in der Jurte eingeladen. Ein besonderes Erlebnis war für mich die Einladung zu einem festlichen Abend in Bulunkul zu Ehren des 61. Amtsjahres des religiösen Führers, des Aga Khan. Das ganze Dorf inklusive Rotelgäste war dabei. Es wurden kleine Theaterstücke aufgeführt, es wurde gegessen und getrunken, gesungen und getanzt.

Auf den Spuren der Skythen, Turk-Nomaden und Sowjets

Überreste aus der Sowjetzeit sind in Kirgisistan und Tadschikistan überall zu sehen. In jedem größeren Ort sind Statuen von Lenin oder Denkmäler zu Ehren gefallener sowjetischer Soldaten zu finden.

Die Ausgrabungsstätte „Burano“ in der Nähe des Rot-Front Dorfes zeugt von dem Auftreten des Islams etwa im 10. Jahrhundert. Unter anderem gibt es hier ein Minarett aus dem 11. Jahrhundert und kleine Steinbüsten von turk-nomadischen Kriegern.

Die Petroglyphen der Skythen am Issyk Kul dagegen sind eine wahre Besonderheit. Auf einem riesigen Geröllfeld finden sich faszinierende Felszeichnungen aus der Zeit von 800-300 v. Chr.

Rund um den Rotel-Alltag

Unterwegs waren wir mit einem erfahrenen Reiseleiter-Fahrer-Team. Reiseleiterin Maria Dirkes-Kuhn erklärte uns alles über die Region und stellte oft interessante Verknüpfungen zum Beispiel zur Seidenstraße, dem Iran, Afghanistan und den Religionen vor Ort her.
Klaus Weber ist ein äußerst freundlicher und geschickter Fahrer aus Niederbayern, der seinen Rotelbus über alles schätzt. Gerne beantwortete er auch alle technischen Fragen der interessierten Rotelgäste zum Mercedes Allradbus.
Zu essen gab es meist das normale Rotelfrühstück, dazu Tomaten, Gurken und Melonen, was eben die regionalen Märkte so anbieten. Zum Mittagessen besorgten wir uns oft etwas für ein Picknick, denn wirklich viele Möglichkeiten sich anders zu verpflegen gab es bei unseren Überlandfahrten durch die einsamen Gegenden nicht. Abends gingen wir bis auf zwei Ausnahmen, an denen uns Klaus gut bekochte, in nette kleine Lokale mit landestypischen Gerichten. Nahrungsmittel sind in den beiden Ländern übrigens recht günstig.

Interessante, gut gewählte Stellplätze

Nicht immer gab es richtige Hotels vor Ort, an denen wir stehen konnten. Dies ermöglichte uns einen tollen Einblick in das Leben und die Kultur der Bevölkerung. In Bulunkul zum Beispiel bauten wir das Rotel auf dem Dorfplatz auf. Am Abend waren wir mitten im Geschehen. Wir sahen wie die Tiere von den Weiden zurückgetrieben wurden und wir nahmen am Feierabend der Dorfleute teil.
Auch sehr schön fand ich die Übernachtung im Pjandschflusstal, in einer kleinen Oase mitten in einem Aprikosenhain und umgeben von 100 m hohen Felswänden. In den größeren Städten, wie Osch und Duschanbe, schlugen wir unser Lager auf den Parkplätzen überraschend guter Hotels auf und benutzten die Hotelbäder.

Empfehlungen und Tipps

– Sehr, sehr wichtig: Schutz gegen die intensive Höhensonne (Sonnenbrille, Sonnencreme mit hohem Lichtschutz, langärmlige T-Shirts, Kappe usw.)
– Mückenspray (besonders wichtig am Karakulsee)
– In Duschanbe sollten Männer lange Hosen tragen und Damen sollten nicht schulterfrei gehen und zusätzlich ein Kopftuch dabei haben. Ansonsten kommt man leider nicht in die Zentralmoschee.
– Eventuell Geschenke für Kinder im Pamir mitnehmen (Kleidung, Kappen, Holzmalstifte, solides Spielzeug), auf keinen Fall sollte man Geld schenken
– Eventuell eine Sofortbildkamera mitnehmen, die Pamiri freuen sich sehr über ein gemeinsames Foto
Und keine Sorge wegen der Höhe! Man fliegt schließlich nicht von Meeresniveau direkt ins Hochgebirge. Der Aufstieg im Pamir erfolgt schrittweise, daher kann sich der Körper problemlos akklimatisieren.

Falls Sie planen die Reise auf dem Pamirhighway zu unternehmen, wünsche ich Ihnen viel Spaß und wunderbare Eindrücke, Erlebnisse und Erinnerungen!

 

2 KommentareHinterlassen Sie einen Kommentar

  • Pamir-Highway gleich Faszination pur! Ich war hin und weg, und jeder Tag war ein Erlebnis. Eine meiner schönsten und auch ausgefallensten Reisen, mit aufregenden Szenerien und wunderschönen, dramatischen Farbgebungen des Pamir-Hochgebirges. Ich habe keinen einzigen Tag gereut. Da blieb einem nicht nur wegen der immensen Höhe die Luft weg!
    Danke Maria, Du bist einfach die Beste und führst Deine Gruppen souverän und mitreißend durch die wildesten Länder!
    Danke Klaus, es war wieder toll mit Dir, und ich würde mich immer wieder von Dir auf den verrücktesten Strassen dieser Welt kutschieren lassen. Du bist ein sehr angenehmer Rotelianer und äußerst versierter Fahrer!
    Mit Euch immer wieder gerne!
    Lieben Gruß auch an Michael und Max (siehe oben)
    Ute

Leave a Reply

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert mit *