Rotel Tours Reiseblog

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Andreas in Neuseeland „Aotearoa“ im Land der langen weißen Wolke

Nach meiner Südafrika-Rundreise im Februar sehnte ich mich nach einem Land das vor allem von einzigartiger Naturschönheit glänzt und durch die Besiedlung erst vor 500 Jahren am unangetastetsten und ursprünglichsten aller Länder der Erde ist. Deren Fauna prächtigst aus bester vulkanischer Erde reich an Energie gespeist wird und sich dadurch so gut wie in keinem anderen Land entwickeln konnte.

Vom genannt „wilden Neuseeland“ geformt durch die Kraft von Erdplatten und Vulkanen, die tief unter der Erdoberfläche wirken, wünsche ich mir sowohl klimatische als auch landschaftliche Abwechslung und erwarte schöne touristische Städte, eine einsame ungezähmte Landschaft voller rauer Schönheit geprägt von extremer Natur.

Von uralten Regenwäldern, Fjorde, Sounds, Vulkane, Geysire, Gletscher umhüllt von weit verflochtenen Flüsse, Berge, Seen und goldenen Sandstränden will ich mir zeigen lassen, dass hier die Natur ihr Werk noch lange nicht vollendet hat.

Die Sagen und Mythen der Maoris sollen mir Aufschluss geben, wie sie einst im Einklang mit der Natur lebten und ihr Denken daraus formten.

Voller Erwartungen trete ich die „67a“ „Reise zum schönsten Ende der Welt“ vom 20. November bis 13. Dezember 2019 an.

 

Anbei die Auszüge aus meinen Reisetagebuch:

Tag 1 und 2: Flug nach Auckland
Am Flughafen angekommen wartete ich gespannt darauf, wie das größte Passagierflugzeug A380-800 aussieht und wie es sich damit fliegen lässt. Ich hatte einen Gangplatz gebucht, damit meine langen Beine genügend „Freiheit“ während des 18.000 Kilometer/24 Stunden reine Flugzeit-Fluges bekommen. Es ist über 30 Stunden einfache Strecke unterwegs bis Ankunft in Auckland. Kaum im Flieger sitzend hebt sich gleichmal meine Stimmung: Zum einen hatte ich eine komplette Sitzreihe für mich alleine und außerdem saß ein sympathischer Reisekollege der Südafrika Rundreise nur ein paar Meter hinter mir.

Der Ausblick aus der Luke im Flugzeug war faszinierend, wir flogen über einem Wolkenmeer, zugleich brachen aber die Sonnenstrahlen im Abendrot an den Wolken, ähnlich wie auf einem Berg bei Sonnenaufgang oder Abenddämmerung mit Gebirgsblick – das sah sehr stark aus. Der Flug dauerte gefühlt nicht solange wie die Uhr verriet.

 

Tag 3: Auckland Orewa

In Auckland angekommen traf ich mich mit der 39 Mann starken Reisegruppe und nutzte die Wartezeit um mir noch, weil ich auch immer mobil erreichbar sein wollte, eine UMTS-Karte des empfohlenen Anbieters Spark NZ zu kaufen. Die meiste Zeit hatten wir Empfang damit. Aber auch die Campingplätze waren gut mit WLAN ausgestattet, lediglich bei einem Campingplatz musste man sich einen WLAN-Voucher gegen eine geringe Gebühr von 2 Neuseelanddollar kaufen.
Geld hatte ich in Euros zum Tauschen dabei, weil es günstiger ist vor Ort zu tauschen als im Heimatland. Vom Flughafen raus zum Bus begrüßte uns unsere junge Reiseleiterin Tanja, aber auch schönes 25 Grad warmes und windstilles Wetter. Anders als bei meinen bisherigen Rotel-Reisen fuhren wir mit einem örtlichen Reisebus und Fahrer (er heißt Josh). Unser Rotel wurde von einem LKW mit Aufleger vom Rotel Tours Fahrer Klaus gezogen. Die Gruppe war schön gemischt.

Der erste Aufenthalt war der Orewa Beach. Ein sehr gepflegter Campingplatz an einem schönen Sandstrand. Abends ging ich gleich am ersten Tag zum Schwimmen. Am nächsten Morgen stand ich früher auf, ging den Strand entlang und fotografierte und filmte den herrlichen Sonnenaufgang. Auffallend war, dass Reiter mit Ihren Pferden an der Leine am Strand gingen und jeder Hund der an mir vorbeiging an mir schnupperte. Die Gelassenheit und Gastfreundlichkeit der Neuseeländer ließ das Urlaubsfeeling bei mir schneller wirken. Die Reisegruppe ist wie bei den bisherigen Reisen auch, vergleichbar mit einer großen Familie, jeder gibt seinen Teil dazu bei, sich gut miteinander zu verstehen und die Reise positiv zu durchleben. Hier ist auch alles etwas verdreht: Wir sind hier 12 Stunden voraus, in Deutschland ist es 19 Uhr abends bei uns ist es 7 Uhr morgens, auch vertauscht ist der Verlauf der Sonne, für Orte südlich des Wendekreises muss man den Norden und Süden vertauschen also: Im Osten geht die Sonne auf, im Norden (statt Süden) ist ihr Mittagslauf, im Süden (statt Norden) ist sie nie zu sehen.

Tag 4: Orewa – Auckland – Orewa

Heute ist unser Ziel Auckland (zu Maori: Tāmaki Makaurau), mit 1,5 Millionen Menschen die Größte und an der schmalsten Stelle der Insel gelegene Stadt Neuseelands, mit dem größten Flughafen. Auckland wurde direkt auf dem Rücken von etwa 50 Vulkanen erbaut. Der Landstreifen zwischen dem Tasmansee im Westen und dem Pazifik im Osten ist teilweise nur einen Kilometer breit. In Auckland angekommen besuchen wir gleichmal das Wahrzeichen der Stadt, den 328m hohen Sky Tower, von welchem aus man eine wunderschöne Aussicht über den gesamten Hauraki Golf hat. Hier hatten wir je nach Interesse Zeit selbst was zu unternehmen. Manche machten eine Stadtrundfahrt, andere setzten mit der Fähre nach Devonport über oder gingen so wie ich ins „New Zealand Maritime Museum“. Auckland wird auch „City of Sailes„ genannt. In keinem Land soll es mehr Boote als hier geben. Die Segler Neuseelands gehören zu den Besten der Welt. Wir fahren durch die ersten Regenwälder: wunderschöne Baumfarne, Palmen, Farne, Drachenbäume, Bambusrohr, Supplejack, Neuseeländer Flax und Gräser zieren dicht bewachsen die Strecke.
Der Silberfarn spielt in Neuseeland eine wichtige Rolle und ist auch die Nationalpflanze geworden. Die Maori nutzten die Stämme des Farns zum Bauen, die Blätter als Unterlage zum Schlafen und den Saft der Farnpflanze als Medizin.
Die so genannte „Taupo-Linie“ teilt die Nordinsel, da Kauri, Puriri, Mangroven und andere Pflanzen nur nördlich davon zu wachsen scheinen. Die Südinsel beherbergt dagegen sehr viel mehr nicht-hölzerne Pflanzen wie Sträucher, Blumen und Gräser.

Tag 5: Orewa – Paihia in der Bay of Islands

Der Tag ist heute geprägt vom Kauri-Baum der zweitgrößten Baumart der Erde. Wir fahren zum Kauri Museum nach Matakohe. Hier ist von Holz bis Harz alles Wissenswerte über den mächtigen Kauribaum ausgestellt. Im Museum sehen wir eine kleine Kapelle, die mit Kauri Bäumen gebaut wurde. Laut der Mythologie der Māori ist Tāne (auch: Tānemahuta) der Gott des Waldes und der Vögel. Er ist ein direkter Sohn des göttlichen Elternpaars Rangi und Papa, Himmelsvater und Mutter Erde, Vater von allen Lebenwesen, die den Wald bewohnen. Aus dem Kauri Holz steht am Ausgang des Museums eine geformtes „Manaja“ Symbol. Dieses Symbol ist der Träger überirdischer Kräfte. Seine traditionelle Form ist aus dem Kopf eines Vogels, dem Körper eines Mannes und dem Schwanz eines Fisches zusammengesetzt. Die Einheit dieser drei unterschiedlichen Elemente soll das Gleichgewicht von Himmel, Erde und Meer symbolisieren. Es soll den Träger daran erinnern, dass stets ein Vogel auf seiner Schulter über seine Seele wacht, und sie bei seinem Ableben an einen sicheren Ort geleitet. Die Kauriwälder der neuseeländischen Nordinsel gehören zum Bereich der immerfeuchten Subtropen.
Wir fahren zum Waipoua Forest dem größten zusammenhängenden Kauri Wald, in dem die Tane Mahuta „Gott des Waldes“,  steht der Größte noch existierenden Kauri-Baum. Er ist 51,2 m hoch, sein Umfang in Bodennähe beträgt 13,77 m, was einem Durchmesser von knapp 4,4 m und einem Stammvolumen von 244,5 km³ entspricht. Die Tane Mahuta soll über 2.000 Jahre alt sein. In Ehrfurcht stehen wir vor diesem Riesen. Kauri Holz war sehr gefragt und wurde für den Bau von Häusern, Schiffsmasten und Möbelstücken verwendet. Das Harz, das aus Rissen aus der Borke floss, verfestigte sich an der Luft die Brocken fielen auf den Boden und fossilisierten. Kauri Harz wurde von den Kauri gekaut, zum Feuer machen oder nachts beim Fischen als Fackel benutzt. Die Maoris benutzten es auch für Tätowierungen. Heutzutage hat Kauri Holz keine kommerzielle Bedeutung mehr. Die meisten Gebiete mit hohen Kauri Bestand sind mittlerweile geschützt. Später besichtigten wir Wasserfälle am Waitangi Fluss, bevor wir zum Campingplatz fuhren, welcher wunderschön am Waitangi River Fluss liegt, ehe wir den Rotel Tours Begrüßungsdrink mit Wein und Snacks genießen. In der Bay of Islands mündet der Waitangi-Fluss in den pazifischen Ozean, kurz vor der Mündung liegen die Haruru-Wasserfälle. Unweit der Wasserfälle wurde am 06.Februar 1840 der Vertrag von Waitangi unterzeichnet. Er gilt heute als das Gründungspapier von Neuseeland. Mit dem Vertrag gaben die Maori ihre Souveränität auf und wurden zu britischen Staatsbürgern, während sich britische Siedler ihr Land sicherten. Die Übersetzung des Vertrags auf Maori stellte sich Rückblickend als missverständlich heraus, denn der Umfang der abgetretenen Rechte wurde unterschiedlich interpretiert. Dies führte zu vielen politischen Spannungen zwischen den Maori und dem Staat. 1975 wurde das Waitangi Tribunal gegründet. Ein permanenter Ausschuss der die Rechte der Maori prüft und bei Versäumnissen Entschädigungen von der britischen Krone einfordert.

Tag 6: Paihia Bay of Islands

Heute geht´s zum Cape Reingha, dem nördlichsten Punkt der Nordinsel. Wir packen die Badehosen ein zu den Sanddünen am „90 mile beach“.Wir steigen vom Bus aus und gehen eine wunderschöne Route runter bis zum Leuchtturm von Cape Reingha. Die Wellen des Tasman Sees treffen hier auf den Pazifik. Gemäß der Maori Legenden ist Cape Reingha der Ort in dem die Seelen der Verstorbenen Ihren Weg in die Unterwelt „Reinga“ antreten. Auf einer Wurzel lassen sie sich ins Meer gleiten und beginnen die Rückreise ins Land ihrer Vorfahren „Hawaiki“. Hawaiki ist der Māori Name für das mythische Land, in welchem einige polynesische Kulturen ihren Ursprung und ihre Herkunft sehen. Cape Reinga ist für die Maori ein geheiligter Ort, Essen und Trinken ist somit hier nicht erlaubt. Hier trifft der tasmanische See und der Pazifik zusammen Vom Leuchtturm aus hat man einen schönen Blick auf die beiden Meere und dem Cape Maria van Diemen. Der Ninety Mile Beach war das Actionhighlight des Tages. Zuerst fuhren wir mit dem Bus mit über 100 km/h am Strand der offiziellen Straße entlang. Anschließend ging´s weiter zu den Te-Paki-Sanddünen, von denen man herunterrodeln konnte (Sandboarding), was ich natürlich etliche Male tat :-). Der Strand wirkt durch den hellen, weißen Sand wie Gold. Kleine Wasserausläufer reflektieren die Sonne und spiegeln sich so im glasklaren Wasser. Ein echter Hingucker und tolles Motiv für Fotografen.

Tag 7: Paihia Bay of Island – Orewa

Anschließend geht´s von Paiha aus zum halbtägigen Bootsausflug  zu den Piercy Islands, um das weltweit sehr bekannte „Hole in the Rock“, ein 180 m hoher Torbogen im Felsen, am geschichtsträchtigen Leuchtturm Cap Brett zu sehen.
Bei der Rückfahrt zum Campingplatz besuchen wir noch die Hundertwassertoilette in Kawakawa. Friedensreich Hundertwasser lebte von 1973-2000 nicht weit entfernt auf seinem Grundstück namens Kaurinui am Waikare Inlet, nahe der Bay of Islands.
Am Straßenrand sehen wir öfters Macadamia Silberbaumgewächse, leckere vitamin-und eisenreiche Nüsse, welche als einzige australischstämmische Nahrungspflanze in nennenswerten Umfang weltweit gehandelt werden. In Neuseelands Nordinsel schmückt sich die Natur zur Weihnachtszeit selbst (wie praktisch), mit passenden weihnachtlichen Eisenholzbaum-Gewächsen, den intensiv rot leuchtenden Pohutukawa, auch Neuseeland Weihnachtsbaum genannt.

Tag 8: Orewa – Coromandel Halbinsel

Heute ist der Tag den ich mir schon lange herbeisehnte. Wir besuchen auf der Coromandel Halbinsel die Cathedral Cave am Strandabschnitt der Mercury Bay. Die aus dem Film „Die Chroniken von Narnia“ oder schon sehr oft in schönsten Fotomotiven gesehene Bucht ist durch unterschiedlich ausgerichtete Gesteinsschichten des sehr hellen Kalksandsteins entstanden. Zwei paradiesische Strände, zwei malerische Buchten, seichtes und türkisblaues Wasser lassen die Landschaft perfekt wirken. Ich sprang gleichmal ins Wasser zum Baden. Als ich drinnen war bemerkte ich, dass sich im rechten Felsen eine Höhle befand. Ich schwamm hin und erforschte sie. Voller Begeisterung griff ich nun zur Kamera, blickte durch den Sucher und knipste Fotos von denen ich wusste sie werden fantastisch. Weil das noch nicht gut genug war, erwartete uns bei der Ankunft am Campingplatz das nächste Highlight der „Hot Water Beach“, ein Heißwasserstrand an dem das warme Wasser einer Thermalquelle unter dem Pazifik-Sandstrand hervorblubbert. Hier kann man sich sein eigenes Thermalbecken buddeln. Ich leihte mir eine Schaufel aus und los ging´s. Nach getaner Arbeit war´s nun Zeit Siesta zu machen. Der neu erschaffene Thermalpool lud dazu ein und das bis zu 65 Grad heiße Wasser wärmte mich. Nach dem Essen und einem gemütlichen Glas Wein, ging ich um Mitternacht ein zweites Mal zum Hot Water Beach um es zu wiederholen. Auf dem Weg zum Strand hielt uns ein Opossum auf. Es wollte nicht vom Weg weichen und wir wollten nicht überholen, weil wir nicht wussten wie das Tier reagiert, wenn wir ihm zu nahe treten. Selbstbewusst  ging es ein paar hundert Meter denselben Weg. Am Heißwasserstrand war es nun noch schöner, wir waren am gesamten Strandabschnitt nur 4 Personen. Es war kalt aber die Bewegung des Grabens wärmte uns schnell auf und wir wiederholten das Bad. Nach ca. 2 Stunden kamen immer mehr Menschen und wir zogen ab. Am Rückweg sahen wir noch Glühwürmchen neben dem Weg und der Himmel offenbarte sich von seiner schönsten Seite: Eine glasklare, mondfinstere Nacht mit einem vollen Sternenhimmel, mitunter auch der Stern des Südens lies den Tag ausklingen.

Tag 9: Coromandel Halbinsel – Rotorua

Die nächsten Tage sind stark von den geothermalen Aktivitäten im Erdinneren geprägt. Morgens fahren wir über die Waharoa Road nach Matamata, auch genannt „Hobbiton“. Unsere Reiseleiterin erzählt uns, wenn wir in der Nähe von Peter Jacksons Herr der Ringe Drehorte sind, welche Szenen hier aufgenommen wurden. Mitten im Ort steht ein Haus der Hobbits. Ein gewelltes, nach vielen Richtungen auslaufendes Dach aus Stroh, kleine runde Türen und halbrunde Fenster laden uns ein Frodo und Bilbo Beutlin zu besuchen.  Drinnen angekommen sehen wir gleichmal Gollum, der besessen vor seinem Schatz, dem Ring (in Nelson geschmiedet), auf einem Stein mit einem Fisch in der Hand sitzt. Hier gibt es einige Ausstellungsgegenstände von Herr der Ringe. Ich stelle mich vor die runde Eingangstür um ein Foto zu schießen, werde aber den Hobbits mit meiner Statur nicht gerecht – kleiner und pummeliger müsste ich sein :-). In Matamata wurden die Szenen vom „Auenland“ gedreht. Zum Weg nach Rotorua halten wir in Tirau, der Hauptstadt der Blechtiere an. Wellblechhäuser die aussehen wie Schafe schmücken diesen Ort. In Rotorua angekommen, verrät der Campingplatzname „Rotorua Thermal Holiday Park“, dass es erneut die Möglichkeit gibt im Thermalwasser zu baden, was wir dann auch taten bevor wir zum Te Puia Maoriabend fuhren. Gebürtige Maoris zeigten uns hier Ihre Kultur und Bräuche. Typische im Maoristil erbaute Häuser wie z.B. das Versammlungshaus „TAMA-TE-KAPUA“ sind hier zu sehen. Die Maoris begrüßen sich auch heute noch traditionell mit einem „Hongi“, hierbei werden die Nasen aneinander gedrückt, um den Atem des jeweilig anderen zu spüren. Der Hongi symbolisiert den ersten Lebensatem zwischen zwei sich begegnenden Menschen.
Auch der rituelle Haka-Tanz, von dem es verschiedene Arten gibt: Kriegerische Tänze, welche dazu dienten seinen Gegner einzuschüchtern oder zeremonielle Tänze „Haka Taparahi“. Haka ist Ausdruck von Leidenschaft, Kraft und Identität. Nach den Vorführungen gab es leckeres Maori-Buffetessen. Anschließend wurden wir nachts von Maoris durch den beleuchteten Thermal Holiday Park geführt und bekamen die Geysire erklärt. Es war eine schöne, belebte Gegend mit vielen Geysiren, Seen und Wasserfällen.

 

Tag 10: Rotorua – Taupo – Tongariro Nationalpark – Ohakune

Es bleibt spannend: Vor ein paar Tagen hatten wir noch subtropische sehr dichte gesättigte Vegetation, nun offenbarten sich uns graue Steppen, viele Vulkane, giftig leuchtende Farben im Wasserpool der dampfenden Geysire und schneebedeckte Vulkanhügel und Berge. Unsere erste Station ist Waiotapu Geothermalland. Ein schön angelegter Rundweg zeigt uns die vielen Möglichkeiten der geothermalen Aktivitäten. Die Farben sind wieder hervorzuheben: Giftgrün leuchtet das Devil´s Bath, rötlich der Champagne Pool, welcher seinen Namen an der Reichhaltigkeit an Mineralien wie Gold, Silber, Quecksilber, Schwefel, Arsen, Thallium und Antimon verdankt. Wir gehen vom Wai-o-Tapu Thermal Wonderland raus zum Lady Fox Geysir und simulieren den Ausbruch des Geysires, indem Seife in die Öffnung gekippt wird.

Als Zwischenstation zum Weg nach Taupo besichtigen wir die Huka-Falls  Fußgängerbrücke über Stromschnellen mit Blick auf den Wasserfall. Die 20 Meter breite Felsschleuse hat einen Durchfluss von 220.000 Liter pro Sek. In Taupo, einem Ort am gleichnamigen See „Lake Taupo“ machen wir einen kurzen Zwischenstopp und blicken auf den idyllisch gelegenen See. Im Ort Tongariro blühen hüfthoch auffallend intensiv gelbe Ginster-Büsche zwischen den Farnen und Palmen neben der Straße. Wir sind angekommen im Tongariro Nationalpark (dem viertältesten Nationalpark der Welt und UNESCO Welt und Kulturerbe) einer öden, ausgetrockneten, dunklen, wilden Steppenlandschaft, unterhalb schneebedeckter Vulkane und grauen Wolken verhangenem Himmel. Der Park umfasst das Bergmassiv der drei zum Teil aktiven Vulkane des zentralen Plateaus, die alle drei auf dem pazifischen Feuerring-Vulkangürtel liegen: Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu. Hier gibt es verschiedene Wanderrouten. Ich entschied mich für den „Taranaiki Falls Track“. Wir sind nun im düsteren Schattenreich „Mordor“ (übersetzt Dunkelland der Herr der Ringe Trilogie) angekommen. Hier hatte Sauron seine Festungen und über den Hügeln war „das sehende Auge“ umhüllt von Feuer. Hier steht auch der Schicksalsberg, der 2.291 m hohe Mount Ngauruhoe. Der Hobbit Frodo warf an dieser Stelle den Ring, um Mittelerde vor der Versklavung durch den dunklen Herrscher Sauron zu bewahren. Dieser Vulkan brach im 20igsten Jahrhundert ca. 50-mal aus. Die Wanderroute führt uns zu den Taranaki Falls. Das Wasser des Wasserfalls fällt zwischen zwei Steinspalten auf eine Steinplatte, von welcher es übers grobe Steingeröll runter ins Tal fließt. Wir fahren zum Übernachtungsplatz am Südende des Tongariro-Nationalparks „Ohakune“.

 

Tag 11: Ohakune – Wellington

Wir starten nach Wellington. Da die Hauptstadt Neuseelands in einer geschützten Bucht liegt, ist es hier nur selten Windstill, ihr Spitzname lautet daher auch „Windy Wellington“. Hier unterzeichneten 1840 Briten und Maori den Vertrag von Waitangi. Wir halten an der Anglikanischen hölzernen Kirche Saint Paul´s an, bevor es weiter zu von Neuseeländern bezeichneten „Bienenstock“ dem Parlamentsgebäude Neuseelands geht, die sich bis heute mit Problemen rumschlägt die bei uns schon lange gelöst sind. Der Müll wird einfach im Erdreich vergraben. Das Ökologische Bewusstsein ist vergleichbar mit dem wie bei uns in den 60iger Jahren. Viele reiche Farmer lehnen eine Abgabe für Methan ab, was 50% der Treibhausgase Neuseelands ausmacht. Die Probleme werden aufgrund der geringen Bevölkerungszahl nicht so schnell sichtbar. Die Neuseeländer sind, obwohl sie auch das Kyoto-Protokoll unterzeichneten, vor allem fixiert auf wirtschaftliches Wachstum. Die Staatsform ist eine parlamentarische Monarchie. Alle 3 Jahre wird gewählt, offiziell ist die Queen Elisabeth Staatsoberhaupt. Neuseeland ist aber durch Ihren Generalmajor vertreten. Nicht weit entfernt vom Regierungsgebäude ist im Hafenviertel das Te Papa Tongarewa Museum. Das sehr moderne Museum mit überall digital bewegten Bildern und aufwendig projizierten Animationen wirkt futuristisch. Einer der erfolgreichsten Filme war Avatar, der 2010 einen Oscar für Special Effects bekam. Dieser wurde zum Großteil in den Animationsstudios Weta (gegründet von Sir Peter Jackson und Sir Richard Taylor) in Miramar, dem Vorort Wellingtons produziert. Viele ausgestopfte Tiere, wie z.B. den ausgerotteten Moa oder Kiwis, aber auch Erläuterungen über Erdbeben und Vulkanausbrüche oder Maoriskulpturen sind hier zu sehen. Auch ein Versammlungshaus, das TAMA-TE-KAPUA ist hier im Gebäude aufgebaut.

Tag 12: Wellington – Picton – Abel Tasman Nationalpark

Heute verlassen wir die Nordinsel und wir nehmen die Fähre von Wellington nach Picton. Die Fähren sind neben den Flugzeugen die einzigen Verbindungen zwischen den beiden Inseln. Wir nehmen zunächst Kurs Richtung des schmalen Tory-Kanals,  der in die Meeresenge Cook Straight führt. Anschließend erreichen wir Marlboro Sounds, ein ausgedehntes Netzwerk an Meeresarmen im Norden der Südinseln, die aus vom Meer her gefluteten ehemaligen Flusstälern entstanden. 5 Fähren pendeln zwischen der 92 km langen Strecke Picton und Wellington rund um die Uhr. Die Überfahrt dauerte 3 Stunden. Die Cook Straße gilt als eine der rauesten Wasserwege der Welt. Neuseeland liegt in der berühmtberüchtigten West-Wind Zone. Cook Straight gilt als einzige Lücke zwischen den beiden Inseln Neuseelands wie eine Winddüse. In der schmalen Passage wird der Wind kanalisiert und beschleunigt oft auf Sturmstärke. Der Außenbereich wurde auf unserem Schiff wegen Starkregen und Sturm einige Male gesperrt. Unser nächster Campingplatz war in Kaiteriteri im Abel Tasman Nationalpark, der mit  225 km² der kleinste Nationalpark in NZ ist. Benannt wurde dieser nach dem gleichnamigen Holländer, welcher 1642 den Auftrag bekam dieses Gebiet zu erkunden. In Kaiteriteri hatten wir abends die Möglichkeit an der schönen Bucht nahe des Campingplatzes zu wandern. Zum Tagesabschluss machten wir eine organisierte eigene Weinprobe. Unter anderem tranken wir auch einen Sauvignon Blanc, deren Reben wir in der großen Flussebene der Region Marlborough sahen.

 

Tag 13: Abel Tasman Nationalpark

Den heutigen Tag verbringen wir fast ganztägig im Abel Tasman Nationalpark, den wir per wellenreitendes Wassertaxi erreichen. Eingerahmt von Regenwald, türkisblauen Meer, breiten Steilküsten, Wasserfällen und goldgelbem Sand präsentiert sich unser Ziel: Medlands Bay. Es gibt verschiedene Küstenwanderrouten-Wahlmöglichkeiten: Ich ging den vollen 22 km Weg mit optionalen Verzweigungen, zum Beispiel zum Cleopatras Pool. Diesmal nutzte ich die Bademöglichkeit nicht, denn ab 14 Uhr kam das Wasser von oben, es fing stark an zu regnen. Es gab zum Trocknen und Wärmen ein kleines Häuschen in dem sich alle trafen. Vor Eintritt ins gemütliche Stübchen mussten die Schuhe ausgezogen werden, sonst hätten wir zu viel Sand reingebracht. Geheizt wurde mit einem kleinen Holzofen mit Sichtfenster. Bei der Rückfahrt sahen wir Seehunde auf den Felsen.

Tag 14: Abel Tasman Nationalpark – Greymouth

Jetzt wird’s heftig. Es schüttet wie aus Kübeln. Einige Teile der Westküste sind schon überschwemmt, Straßen sind nicht befahrbar, die Schilder stehen unter Wasser, wir sehen eine schwimmende Kuh. Die Region „West Coast Baby“ begrüßt uns standesgemäß.  Tatsächlich ist diese 600 km lange Küstenregion bekannt wegen seiner Rauheit, was auch der Grund ist, dass es mit 1,4 Einwohner pro km² (31.000 Einwohner gesamt) die niedrigste Bevölkerungsdichte des ganzen Landes hat. Im 19. Jahrhundert trieben die Jagd nach Gold und der Abbau von Kohle die Menschen hierher. Heute sind der Hafen und der Tourismus die größten Wirtschaftszweige. Bei vorherrschenden West- bis Südwestwinden bringen Tiefausläufer ergiebigen Niederschlag in der gesamten Region. Da die Alpenregion eine Wetterscheide darstellt, entleeren sich die an den Westhängen der Berge aufsteigenden Wolken westseitig. Am Strand sind Sandflys (Sandflöhe). Die Pancake Rocks Besichtigung fällt für heute wegen der vielen Umwege die wir zwecks Schlammlawinen fahren mussten aus. Die Reiseleiterin war aber guter Dinge sie morgen zu sehen. Wir sehen uns das Mawhera Quay Denkmal an, was an eine Schlagwetterexplosion der Pine River Mine am 19. November 2010 erinnert, durch die viele Minenarbeiter ums Leben kamen. Am Campingplatz angekommen, welcher wieder direkt am tosenden Meer liegt, hörte der Regen auf. Ich machte eine Zeitraffer-Aufnahme des schönen Sonnenuntergangs, fotografierte die hier typischen Nikau-Palmen und anschließend traf sich unsere Gruppe zu einem Lagerfeuer am Strand.

Tag 15: Greymouth – Franz Josef

Das schlechte Wetter hält an, starker Wind und Regenfälle lassen uns über unsere Tagesziele und Routen nicht selbst entscheiden. Manche Nationalparks wie der Milford Sound den wir in 5 Tagen besuchen wollen sind geschlossen. Vor unserem Hängerfahrer Klaus fiel ein Baum um, er ist aber mittlerweile wieder unterwegs. Wir fahren 100 Kilometer zurück um die Pancake Rocks zu sehen. Auf einer der schönsten Küstenstraße der Welt fahren wir bis Punakaiki im Paparoa Nationalpark, mit den südlichsten Palmen der Welt, den Nikau Palmen. Zugleich bestaunen wir die berühmten Pancakerocks. Diese bizarr geformten Felsen sind von der Natur im Laufe von 30 Millionen Jahren wie gestapelte Pfannkuchen geformt worden. Die Pancakerocks  sind aus Muscheln und Kalk entstanden. Weiter geht´s nach Hokitika der Jade Hauptstadt Neuseelands zu einer Herstellerfirma mit Verkaufsraum und Führung. Jade ist härter als Stahl. Wasser und Eis trägt den Stein aus dem Fels. Die tolle Farbe zeigt sich nach dem Schleifen in seiner vollen Schönheit. 1864 wurde hier Gold gefunden. Eine schöne Stadt. Vor einigen Häusern lagen Sandsäcke, um sich vor Überschwemmungen zu schützen. Unser nächstes Ziel ist Ross, eine gut erhaltene ehemalige Goldgräberstadt. Wir schauen uns ein Gefängnis und andere Häuser mit Werkzeugen und Schaubildern dieser Zeit an.

Tag 16: Franz Josef – Haast

Es fragt sich wahrscheinlich jeder warum in Neuseeland ein Ort und Gletscher Franz Josef heißt. Grund dafür ist der deutsche Entdecker Julius von Haast. Dieser benannte 1865 diesen Gletscher nach Kaiser Franz Josef I. von Österreich. Am schön zwischen dem Mount Cook und Mount Tasman gelegenen See Matheson, an deren Wasseroberfläche sich die beiden Berge spiegeln, gingen wir wandern. Es ist eine der beliebtesten Wanderungen Neuseelands in der regenreichsten Region der Welt, mit einem Niederschlag von 10.000 mm im Jahr (Hamburg hat 700 mm im Jahr). Wir schauen an einem Erinnerungsstrandabschnitt „Tauparikaka Marine Reserve“ mit Aussichtsplattform Infotafeln des „Wreck of the Schomberg“ an. Das Schiff sank 1855 mit 430 Passagieren und 3000 Tonnen Fracht an Board. Es teilt sich ein vergleichbar ähnliches Schicksal wie die Titanic. Es zerschellte an der Küste von Australien, ein Polarstrom (antarktischer Strom) hat dieses Wrack 2000 km nach Neuseeland geschleppt. Weiter geht´s zu den höchsten Bäumen Neuseelands, den Kahikatea Nadelholzbäumen (Warzeneiben). Sie werden bis zu 56 m hoch und lieben den Regen. Hier spiegelt sich der Wald im glasklaren Wasser des angrenzenden Sees. Aktuell ist eine Straße von Haast nach Queenstown wegen umgefallener Bäume gesperrt. Wenn wir Pech haben sind 3 Tage Umweg notwendig. Abends ließ der Regen für 1-2 Stunden nach, bevor es wieder in Kübeln goss. Wir bestaunen am Campingplatz mit Streichelzoo ein neuseeländisches Kune Kune Schwein und einige Weideschafe.

 

Tag 17, 06. Dezember: Haast – Queenstown

Heute erzählt uns die Reiseleiterin passend zum Datum ein morgendliches Nikolausgedicht. Wir haben Glück und alle Straßen sind befahrbar. Die ausgelassene Stimmung vom gestrigen Weinabend am Hangar geht nahtlos trotz schlechtem Wetter im Bus weiter. Wir versteigern spaßeshalber die vielen zurückgelassenen Gegenstände an den Höchstbietenden der Gruppe J. Zwischen der Westcoast Region und Autega soll es nun trockener und wärmer werden. Ganz witzig ist, wie die lässigen Neuseeländer manche Wörter abkürzen, Possi heißt Briefträger, happiness larry heißt wunschlos glücklich und goodies sind alle leckeren Dinge. Wir haben richtig Glück gehabt, heute ist hinter uns die Straße gesperrt. Der Haastpass, die Hauptwetter – und Wasserscheide der südlichen Alpen, den wir heute überwinden müssen, ist heute frei, dieser war gestern gesperrt. Bis jetzt alles richtig gemacht. Der Regen bringt gigantisch schöne Wasserfälle zum Vorschein, an Stellen wo es sonst gar keine gibt. Zwei offizielle Wasserfälle besuchen wir auf dieser Route für kleine Spaziergänge den 30 Meter hohen Thunder Creek- und den Fantail Wasserfall. Am Makarora River gelangen wir über eine Hängebrücke zu den Bluepools, welche sich in wunderbarem Azurblau präsentieren. Nach der Mittagspause erfuhren wir, dass der Haast Pass wieder geschlossen ist, eine Felslawine ist hinunter gekracht. Da haben wir richtig Glück gehabt, das wir durchgekommen sind. Nach ein paar schönen Fotostops entlang der idyllischen Seen von Hawea und Wanaka erreichen wir Queenstown. Zwischendrin hatten wir noch die Gelegenheit einen Bungee-Sprung an der 43 m hohen Ursprungsbrücke des weltweiten Bungee-Jumpings zu machen, der „Kawarau Bridge“. Ich investiere aber lieber in einen Flugzeug-Rundflug über den Fox- und Franz-Josef Gletscher. Der Campingplatz in Queenstown ist wieder sensationell zentral gelegen. Weniger als 5 Minuten sind wir in der Stadt, welche am Wakatipu See liegt. Ich gehe nach Ankunft zur Stadt runter und schieße an der Strandpromenade wunderschöne Fotos. Links am Hügel ist eine von Sonne angeleuchtete farbige Häusersiedlung, vor mir der Waktipu-See, dahinter einige Boote, Büsche und Bäume. Weiter hinten eine Bergwiese vor dem Felsmassiv Gebirgszug (Remarkables) und das alles in satten, kontrastreichen, neuseelandtypischen Farben. Über uns endlich ein wunderschöner, fast wolkenfreier, blauer Himmel. Abends kehren wir bis zum frühen Morgen im Irish-Pub mit einer guten Liveband ein.

Tag 18: Queenstown

Queenstown ist für mich persönlich die schönste Stadt Neuseelands. Gut gelegen, schön klein und überschaubar und reich an vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. Queenstown wird auch die Geburtsstädte des Extremsports genannt. Raften, Kajak, Segeln, Kreuzfahrten, Wildpassings, Mountainbike, Wandern, bis hin zum Helibiking. Nicht zu vergessen bietet Queenstown die einzige gondelbahngestützte Mountainbike-Abfahrt der Südhalbkugel. Abenteuersportarten wie Bungeejumping, Fallschirmspringen, Canyonswings, Jetbootfahrten und Rafting werden ganzjährig angeboten. Wir fahren morgens mit der Seilbahn zum Gipfel des Bob’s Peak. Aus dem gläsernen Stratosphäre Restaurant hat man einen Rundumblick über Queenstown, dem Lake Wakatipu und der Bergwelt. Von hier oben gehen auch einige Wanderwege los. Ich ging zum höchsten Punkt an dem die Gleitsegler abhoben. Nachmittags schlenderte ich durch die sehr schöne Stadt, den Queenstown-Garden und besuchte einige Outdoor-Ausrüster ehe ich wieder ins Irish-Pub einkehrte. Ein Großteil der Gruppe besuchte eine Schaffarm. Es gab viele Optionen den Tag zu verbringen.

Tag 19: Queenstown – Te Anau

Morgens haderte ich damit, ob ich den Kiwi Birdlife Park besuchen soll, es soll kein allzu großer Vogelpark sein, Vögel sind auch nicht unbedingt meine Hauptinteressen. Der angehende Regen nahm mir die Entscheidung ab, der Park ist nur ca. 500 Meter vom Campingplatz entfernt. Einige Kiwis sind hier mit Infrarotlicht gut zu sehen. Ich war auf Anhieb voll von Ihnen begeistert. Unbeholfen und tollpatschig hätschelten sie schnell von links nach rechts, pickten mit ihrem langen Schnabel kurz in die Erde, um dann zum gleichen Punkt wieder zurückzukehren. Der Kea war auch zu sehen. Dieser große Papagei war sehr selbstbewusst und frech. Abschließend gab es noch ein paar Erläuterungen zu den Vögeln.

Wir verabschieden uns von Queenstown und fahren nach Te Anau. In den Wäldern von Te Anau wurde die verrückte Filmszene „Fangorn-Wald“ von Herr der Ringe mit sprechenden, herumlaufenden Bäumen gedreht. Ein Teil des Streckenabschnitts „2nd Bay to the Remarkables“ ist besonders kurvenreich und mit Abstiegen und Anstiegen versehen und heißt deshalb The Devil’s Staircase („Teufelstreppe“).  „Te Ana-au“ heißt zu Maori „Höhle mit strudelndem Wasser“, heute ist die benannte Höhle als Glühwürmchengrotte bekannt. Entlang des eindrucksvollen Lake Wakatipu und entlang der Bergkette der Remarkables führt uns der Weg nach Te Anau. Abends gehen wir zur liebevoll gepflegten kleinen Ortschaft Te Anau und betrachten die schönen Ausblicke über den See Te Anau zum Regenwald und zur Gebirgskette. Mittlerweile berichten schon deutsche Medien (Spiegel) über unser Ausnahmewetter. Anscheinend werden Urlauber vom Ort „Franz Josef“ nun schon ausgeflogen, weil sie nicht mehr vor- und zurückkommen. Allein am Samstag haben Wetterstationen in Queenstown und Wanaka 250 Millimeter Regen gemessen. Durch den Niederschlag treten Flüsse über die Ufer und Berghänge geraten ins Rutschen. Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/neuseeland-touristen-sitzen-in-bergdorf-fest-einziger-ausweg-kostet-600-dollar-a-1300304.html
Wir haben in Te Anau auch wieder verrücktes Wetter: Die Sonne scheint und gleichzeitig regnet es in Strömen. Der Urlaub dauert nun nur noch ein paar Tage, mein Ziel ist es immer noch Milford Sound regenfrei zu sehen. Ich hoffe sehr darauf, weil Milford Sound auch eines meiner Traumziele hier in Neuseeland ist.

Tag 20: Te Anau – Ausflug zum Milford Sound – Te Anau

Heute brechen wir auf und fahren auf einer der schönsten Passstraßen der Welt zum absoluten Höhepunkt Fjordlands und Neuseelands: Milford Sound. Eine Symphonie aus Gletscher, Regenwald, Meer und Alpen und immer wieder Seenlandschaften sind hier einmalig verschmolzen. Einzigartig auf der Welt, Unglaublich. Auf dem Weg zum Milford Sound fahren wir bei strahlendem Sonnenschein durch die wunderschöne Landschaft, immer am Lake Te Anau vorbei  und an den tollen Alpen mit den schneebedeckten Gipfeln. Dieser Nationalpark hat 1,2 Millionen Hektar Fläche und ist der größte Nationalpark Neuseelands und auch einer der größten der Welt, hier gibt es 14 Fjorde, welche etwa vor etwa 100.000 Jahren entstanden. Der tiefste Fjord ist der Doubtful Sound mit 421 Meter Tiefe, der bekannteste ist der Milford Sound. Der Entdecker John Grono hat den Milford Sound nach dem südwalisischen Milford Haven benannt. Uns begrüßt eine der regenreichsten Orte der Erde mit traumhaft schönem Wetter.

Von den 60 Delphinsorten weltweit gibt es neun davon hier. Einen sehr besonderen, den Hector-Delfin. Merkmale: kleinster Delfin, kurze Schnauze, Rückenflosse ist schwarz und am Bauch ist er weiß. Das Besondere an dem Milford Sound ist, das er ein Fjord ist. Bis in fünf Meter Tiefe besteht er aus Süßwasser, ab dann aus Salzwasser. Das Süßwasser kommt vom Regen und von den Gletschern. In 20 m Tiefe ist er dunkel wie die Nacht. Die kleinste Delfinart der Welt begleitete uns ein Stück. Sie waren zu flink für die meisten unserer Kameras. Seebären genossen auf einem Felsen ebenso die Sonne wie wir. Die kleinste Pinguin Art der Welt, mit ihren gelben Federn über den Augen lebt nur hier. Es war einfach unglaublich schön. Der höchste, steilste Felsen der in den Fjord ragt, ist 1693 m hoch, das sogenannte Matterhorn. Die unzähligen Wasserfälle verschönerten uns den Tag. Der höchste Wasserfall ca. 130 m. Einfach nur genial. Bei der Rückfahrt besichtigten wir die Mirror Lakes (Spiegel See): Eine irre Spiegelung im See. Balsam für die Seele und die Augen. Christi Falls: Glasklares Wasser plätschert hier herab. Monkey Creek: Hier waren ein paar freche Kea-Vögel am Rastplatz.  Die Region ist Lebensraum des Kakapo, der einzigen Papageienart weltweit, die nicht fliegen kann. Er ist die einzige Art der Unterfamilie Strigopidae (bestehen aus zwei Gattungen). Der nachtaktive Vogel ist im Wesentlichen ein Pflanzenfresser. Überschattet wurde dieser Tag mit den für 20 Personen tödlichen Vulkanausbruch auf der nördlichen Insel White Island.

Tag 21: Te Anau – Lake Tekapo

Jetzt toppen sich die schönen Landschaften Tag für Tag. Vom idyllisch gelegenen Gletschersee Lake Te Anau, mit 344 km² der zweitgrößte See und größte Sumpfgebiet des Landes, schön gelegen zwischen fruchtbaren weiten Ebenen und den Regenwaldbergen Fjordlands geht´s weiter zum kaum besiedelten und deshalb für Naturliebhaber so reizvollen Gletschersee Lake Tekapo. Lake Tekapo erstrahlt in knalligem milchig-türkis und ist von den Bergen der Südalpen umgeben. Zuerst halten wir aber noch am Stausee und vom Felsmassiv umgebenen Lake Ruataniwha für einen Fotostopp an. Hier in der Nähe von Twizel in Mackenzie Country filmte Peter Jackson die epische Schlacht auf den Pelennor-Feldern, in die Tausende von Sauron gezüchteten Orks auf die Menschen von Gondor und Rohan trafen. Die ausgedehnten Wiesen erstrecken sich bis an den Fuß der Berge und sehen genau so aus, wie in „Der Herr der Ringe“ beschrieben. Dann geht´s schon zum Nächsten sehr schön gelegenen türkisen See Lake Pukaki, an dessen steinernen Bucht wir erneut die wunderbare Landschaft bestaunen. Das eigentliche Highlight des Tages ist jedoch der Cessna-Gletscherflug über die südlichen Alpen. Hier genossen wir über 45 Minuten wunderschöne Aussichten auf den türkisfarbenen Lake Tekapo, auf die Berge, den Tasman-, Franz-Josef- und Fox Gletscher sowie Mount Cook. Ein sehr schönes Erlebnis, für mich das erste Mal ein Flug mit einem Kleinflugzeug. Der Flug fasste in Vogelperspektive die gewonnenen Eindrücke der abwechslungsreichen, atemberaubenden schönen Fjordland-Region nochmals zusammen. Diese Stationen waren zu sehen: Mt. John Observaorium, Lake Alexandrina, Lake Tekapo, Godley Peaks und Glenmore Stations, Godley River, Lifybank Station, Mt. Sibbald und das Sibbald Gebirge, die Godley-Gletscher, der Murchison-Gletscher, Firnfeld des Tasman-Gletscher, Franz-Josef-Gletscher, Regenwälder der West Coast, Fox-Gletscher, Mt. Tasman, Aoraki Mt. Cook, Mt. La Perouse, Tasman-Gletscher, Tasman-Gletscher See, MacKenzie-Hochebene. Nach dem Flug fuhren wir zum Übernachtungsplatz in schönster Lage am Lake Tekapo. Nach Ankunft erfrischte ich mich (als einziger :-)) der Reisegruppe im 14° kaltem Wasser des Lake Tekapo. Abends lud die schöne Landschaft zum Seespaziergang.

Tag 22: Tekapo – Christchurch
Nun verabschieden wir uns vom Lake Tekapo und fahren zur mit knapp 400.000 Einwohnern größten Stadt der Südinsel Christchurch. Heute war Gedichts-, Geschichts- und Kulturtag: Die Reiseleiterin erzählte uns während der Fahrt ein gutes, zusammenfassendes Gedicht über die Eindrücke von Neuseeland, viele Detailinformationen über Erdbeben und wie das größte Erdbeben 2011 in Christchurch verlief. In Christchurch besichtigten wir die noch nicht ganz wieder errichtete Christchurch Kathedrale und das sehr informative Canterbury Museum (auch den ausgerotteten Moa sah man hier), anschließend gingen wir ins Zentrum, durch Parks und zum Hafen.

Tag 23: Christchurch – Rückflug
Wir werden heute gegen 14 Uhr zum Flughafen gefahren. Unser Campingplatz direkt am Waimakariri Fluss und an der Pegasus Bucht des Pazifiks ist ein schöner Ort um Neuseeland auf Wiedersehen zu sagen und seine Eindrücke zu sammeln und Revue passieren zu lassen. Unsere Reiseleiterin fasste unsere Reise auch nochmals zusammen. Am Seafield Park gibt es Wanderwege, unter anderem einen Horseway, der durch Pferdeweiden führt. Ich sah eindrucksvolle Pferde an einem Wasserloch stehen. Wir gingen zum Meer und beobachteten eine gestrandete Robbe und genossen die neuseeländische Sonne bevor es wieder ins winterliche Deutschland ging. Der Rückflug war mit Zwischenlandung Sydney und Dubai. Wir flogen wieder mit einer A380-800 mit viel Beinfreiheit 🙂 zurück.

Zuhause angekommen werde ich wieder ein paar Filme über Neuseeland anschauen, wie „Das Piano“, „Herr der Ringe“,  „Avatar“,  „The Last Samurai“, „King Kong“, „Die Chroniken von Narnia“ oder „Neuseeland der Film“. Gut dass die kommenden Weihnachtsfeiertage es zeitlich erlauben :-).

 

Premiere: Eine Fotoreise mit Rotel Tours!

Es war eine Premiere im an sich schon sehr breit gefächerten Spektrum, das Rotel Tours seinen Gästen bietet. Eine „Wander- und Fotoreise“ führte im August/September 2019 23 Gäste auf eine spannende Tour durch die schönsten Nationalparks im Südwesten der USA. Im Unterschied zu den klassischen Rotel Tours Reisen war ein Ansprechpartner für fotografische Belange mit an Bord. So gab es schon im Bus Vorträge über verschiedene fotografische Themen, auf den Wanderungen konnten sich Interessierte  jederzeit Fragen stellen und es gab zahlreiche hochinteressante Gespräche rund um das Thema Fotografie.  Es wurden viele kreative Ideen umgesetzt, die Teilnehmer wiesen sich gegenseitig auf interessante Motive und Bildgestaltungsmöglichkeiten hin und es war eine Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung Wandern und Fotografie in Einklang gebracht wurden.

Da wir natürlich versuchten, fotogene Lichtstimmungen auszunutzen, kam es vor, dass wir schon um 5 Uhr morgens frühstückten um z.B. die Magie des Sonnenaufgangs am Bryce Canyon mitzuerleben. Auch standen wir schon um 6 Uhr in der Früh vor den Silhouetten der mächtigen, steinernen Kolosse im Monument Valley und sahen auch dort den spektakulären Sonnenaufgang. Am Abend zuvor hatten wir die Jeepfahrt im Monument Valley absichtlich etwas später gebucht, um direkt vor Ort den Sonnenuntergang zu erleben. Traumhaft! Ähnlich war es am Grand Canyon und im Zion Nationalpark, wo sich die Teilnehmer verschiedene „Sunset-Spots“ wählten, um ihre ganz persönlichen fotografischen Highlights zu erleben. Ein großes Dankeschön an unseren Busfahrer Gunther Traupel sei hier nochmals ausgesprochen, oftmals bereitete er uns das Frühstück noch viel früher vor, als es bei Rotel Tours ohnehin üblich ist und abends verlängerte er seine Dienstzeiten um den fotografiebegeisterten Teilnehmern noch schöne Fotoerlebnisse zu ermöglichen. Gegessen wurde dann halt öfters bei Dunkelheit.

Selbst nach Ankunft spätabends am Campingplatz waren viele Fotoenthusiasten noch lange nicht müde. In Moab z.B. organisierte eine Gruppe selbstständig ein Mietauto und fuhr kurzerhand in der Nacht nochmals in den Arches Nationalpark um das unbeschreibliche Sternenzelt und die Milchstraße, die sich über die mächtigen Steinbögen spannten, zu  fotografieren. Für alle, die da mit dabei waren, ein unvergessliches Erlebnis!

Viele Fotostopps „en passant“ ergaben zahlreiche Möglichkeiten, das jeweilige fotografische Wissen zu erweitern, ob das nun wunderschöne Spiegelungen im Colorado River oder die spektakuläre Abfahrt der „Grand Canyon Railway“ in Williams waren. Die vielen intensiven Erlebnisse unter Gleichgesinnten schweißte die Gruppe zusammen, Harmonie und Hilfsbereitschaft waren durch die Bank zu spüren und noch während der Reise reifte der Gedanke, dass wir eine kleine Fotoausstellung für die Rotel Tours Reiseblog zusammenstellen wollen.

Im folgenden präsentieren 15 TeilnehmerInnen jeweils 10 Fotos, die auf dieser Reise entstanden sind. Wir wünschen allen Interessierten viel Freude beim Betrachten der Bilder!

Karl-Heinz Schein

FOTOAUSSTELLUNG der Reiseteilnehmer

 

Andrea Winter

Angela Lang

 

Astrid Böhmer

Claus Zimmermann

Elvira Perterer

 

Fabian Kremer

Frank Brucker

 

Heike Sickmann

Karl Malin

 

Karl-Heinz Schein

 

Leopold Schein

 

Marco Wagner

Michael Höltl

 

Monika Tölle

Rebekka Merkel

Rotel Tours Rundreise durch den Iran

Zahlreiche Berichte in den Medien, Erinnerungen an den Geschichtsunterricht, Namen und Wörter wie Schah von Persien, Alexander der Große oder die so exotisch klingenden Städte wie Shiraz oder Isfahan wecken die Neugierde und den Tatendrang von chronisch Fernwehgeplagten.

So war es denn die Reise 58, „die große Iran-Rundreise“, die es mir angetan hatte und die ich – wie sich bald herausstellte – mit ausgesprochen netten Reisekameraden in Angriff nahm. Weiterlesen

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