Rotel Reiseblog

KategorieReisebericht

ROTELWanderreise im Zauberland der roten Felsen

Grand Canyon, Monument Valley, Death Valley, Hollywood, Route 66, San Diego … die Liste von klingenden Namen, die unweigerlich Fernweh wecken, ließe sich noch lange fortsetzen. Wer gerne in unglaublichen Landschaften wandert, Kultur, Geschichte, Traditionen und die heutige Lebensweise von nordamerikanischen Indianerstämmen hautnah erleben will, wer es genießt, auf Highways zu fahren, die sich wie vom Lineal gezogen irgendwo im fernen Horizont verlieren und wer auch nichts gegen einen saftigen Burger und Country-Musik einzuwenden hat, ja, dem kann ich die RotelWanderreise im Südwesten der USA ans Herz legen. Weiterlesen

Erkundungsfahrt durch das „wilde“ Osttibet

Schon länger hatte uns das weitgehend unbekannte Gebiet zwischen den Provinzen Südwest-Chinas und der Autonomen Region Tibet sehr interessiert. Allein die sehr schwer zugängliche, von vielen tief eingeschnittenen Tälern durchzogene Hochgebirgsregion war wegen des Mangels an befahrbaren Straßen bisher kaum zu erreichen. In den vergangenen Jahren hat China jedoch im Zusammenhang mit seiner enormen wirtschaftlichen Entwicklung auch hier gewaltige Leistungen vollbracht: wo bisher nur „Eselspfade“ und Jeep-Pisten hinführten, kann man heute mit dem Auto hinfahren. Da Rotel Tours großen Wert darauf legt, solche Gebiete möglichst noch zu bereisen, bevor sie von der Woge der Modernisierung und allzu großen Touristenzahlen erreicht werden, verloren wir keine Zeit und brachen im vergangenen Sommer zu einer Erkundung ins „Wilde Osttibet“ auf. Unsere Erwartungen wurden in jeder Hinsicht übertroffen: wir hatten immer wieder das Gefühl, hier das echte Shangrila gefunden zu haben. Auf dieser Erkundungsfahrt ist die neue Rotel Tours Reise „Reise durch Osttibet von Kunming nach Lanzhou“ (71a) erarbeitet worden, die 2018 zum ersten mal angeboten wird. Weiterlesen

Meine Rotel Reise in den Osten von USA und Kanada

Die Neue Welt, die Ostküste der USA und Kanadas, hatte für mich schon immer einen ganz besonderen Reiz. So viel hat man schon über diesen Teil Nordamerikas gehört und in Filmen gesehen. Man stellt sich darunter weite Landschaften mit großen Flüssen und Seen, Ahornwälder, malerische Städtchen aber auch modernste Zivilisation mit Metropolen und Großstädten vor. Gerade dieser Gegensatz macht die Reise so spannend und vielseitig. Weiterlesen

Eine Expeditionsreise unter der Sonne Afrikas

Eines ist sicher: zurück von einer spannenden, intensiven Expeditionsreise gibt es so viele Eindrücke zu verarbeiten, Bilder zu sichten, Erlebnisse einzuordnen, Erinnerungen ins Gedächtnis zu rufen, dass man gar nicht weiß, wo man beginnen soll, wenn man über solch eine Reise berichtet. Beginnen wir am besten bei den nackten Tatsachen. Ich spreche von der Reise Nr. 45, der „Großen Safari durch Kenia und Tansania mit Insel Sansibar“ mit Rotel Tours. 

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Reisevideo Rundreise Karelien mit ROTEL TOURS

Russisch Karelien
Ein Film über die Rundreise Karelien – St. Petersburg (Reisenummer 6a) mit dem Reiseveranstalter Rotel Tours im Juli 2017
von Gabriele Wenzel

Wir freuen uns über den neuen Film von Gabriele Wenzel, den sie von ihrer Rundreise mit Rotel Tours mitgebracht hat. Diese Reise führt von der prächtigen Zarenstadt St. Petersburg nach Russisch-Karelien, dann nach Finnisch-Karelien und schließlich nach Helsinki. Das waldreiche Karelien (größtes Waldgebiet Europas), das sich westlich und östlich der finnisch-russischen Grenze in Finnland und Russland erstreckt und auch als „Lunge Europas“ bezeichnet wird, ist von einem engmaschigen Netz aus Flüssen und Seen überzogen. Eindrucksvolle Kirchen und Klöster liegen auf dem Weg. Hier im echten authentischen Russland leben herzliche, hilfsbereite und außerordentlich gastfreundliche Menschen. Jahrhundertelang war dieses Grenzland Zankapfel zwischen Schweden, Finnland und Russland, was seine Spuren hinterlassen hat. Heute leben hier Finnen und Russen neben der Urbevölkerung der Karelier, Saamen und Wepsen.

Das Reisevideo zeigt, dass Karelien, diese historische Landschaft in Nordosteuropa, ein ganz besonderes, ungewöhnliches Reiseziel ist.

 

Die REISEHÖHEPUNKTE sind:

Zwei Tage Aufenthalt in der Zarenstadt St. Petersburg mit Besuch der Umgebung (Schloss Peterhof, Katharinen Palast).
Besuch einer karelischen Familie mit kleinem Kochkurs und Banja-Besuch.
Altrussische Holzarchitektur auf der Insel Kischi.
Kloster Walaam.
Europas größte Seen, Ladoga-See und Onega-See in Russland.
Kloster Walaam.
Saimaaseengebiet in Finnland.
Besuch der finnischen Hauptstadt Helsinki.

Faszination Pamir mit Rotel

Bericht über die Reise ‚Auf dem Pamir Highway durch Kirgisistan und Tadschikistan‘

vom 27. Juni bis 17. Juli 2017

Text und Bilder von Michaela Lohrer

Voller Spannung wurde im September 2016 der neue Rotel Tours Katalog erwartet und diesmal gab es eine Reise auf dem Pamir Highway, die mich sofort angesprochen hat und bei der ich unbedingt dabei sein musste. So ging es dann gut neun Monate später los.

Es sollte ein Abenteuer werden, Albert Heyne war mit an Bord, um einen Dokumentarfilm zu drehen, der Bus von Klaus Weber war das Highlight unter den kombinierten Allradbussen. Die am Bus vorhandene Seilwinde konnten wir zu einem späteren Zeitpunkt sehr gut einsetzen. Maria Dirkes-Kuhn war unsere Reiseleiterin und ab Mitte der Reise kurz vor dem Pamir Highway ist Peter Höltl mit dazu gestoßen.

Diese Reise durch Zentralasien führte uns zunächst von Bischkek nach Osch in Kirgisistan und dann über den Pamir Highway durch Tadschikistan.

27. Juni 2017  Frankfurt –> Istanbul –> Bishkek   5.601 km

Man kann es kaum glauben, aber die Bahn hat sich heute selbst übertroffen, komplett ohne Verspätung am Flughafen in Frankfurt angekommen. Begrüßung durch Rotel am Flughafen wieder sehr freundlich und dann Check-In und auf in das Abenteuer PAMIR Highway.

28. Juni 2017  Bishkek   0 km
Kirgisistan

Bischkek

Am Morgen in Bishkek angekommen, danach erst einmal klassischer Rotel Beginn mit Kabinenverteilung. Und das hatte ich selbst auch noch nie erlebt, ein paar Stunden Zeit, bevor das Programm losging, so konnte man sich von der Nacht erholen, sich einrichten oder schon ein wenig die Gegend erkunden bzw. im Hotelpool ein paar Runden drehen.

Gegen Mittag Stadtbesichtigung, was auffällt…(fast) keine Hochhäuser, somit weist die Stadt einen lieblichen Charakter auf. Bedeutend hier ist der Siegesplatz, zum Gedenken an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Toten hat man hier das Gerüst einer Jurte aus Stein als Mahnmal aufgestellt. Für jeden Toten in der Familie wird traditionsgemäß eine Strebe aus der Jurte entfernt, so weißt diese nur noch einen Teil der Streben auf.

Wie überall auf der Welt, gibt es auch hier einen sehr großen Bazar, mit allem was man zum Leben braucht. Unter anderem auch sehr viele getrocknete Pflanzen.

29. Juni 2017  Ausflug Ala-Artscha Nationalpark   30 km
Kirgisistan

Ala-Artscha Nationalpark

Wenn sich die Stadtbevölkerung erholen möchte, dann besucht sie den Ala-Artscha Nationalpark. Wenn man nicht wüsste, dass man sich in Kirgisistan befindet, fühlte man sich wie in der Schweiz. Hier ist für jeden etwas dabei, von kurzen Spaziergängen bis hin zu Mehrtageswanderungen bietet dieser Park alles. Mit ganz viel Glück kann man vielleicht sogar einen Schneelöwen entdecken.

Am Abend besuchte uns noch die Kyrgyzstan Folklore Company und brachte sehr schöne Live-Musik mit. So klang der erholsame Tag aus.

30. Juni 2017  Bishkek –> Cholpa Ata   260 km
Kirgisistan

Burana

Die ersten Berge kamen näher und näher, es ist das Tien Shan Gebirge, welches uns ein paar Tage begleiten sollte. Mit was man hier nicht rechnet, ist das deutsche Dorf Rotfront, bis vor kurzem gab es hier noch eine deutsche Schule. In der Kirche trafen wir auf eine Einwohnerin, welche uns vom Leben hier erzählte – sehr bewegend.

Der Weg führte uns nach Burana, hier steht noch die untere Hälfte des Minaretts welches vor dem Erdbeben doppelt so hoch war. Den Turm zu besteigen ist ein Erlebnis, man kann nur hoffen, dass einem innen niemand entgegenkommt, denn dann muss einer den Rückzug antreten.

Entlang des Issykul-Sees ging es weiter, die Menschen verkaufen hier direkt an der Straße getrockneten Fisch, sollte man unbedingt probieren.

1. Juli 2017  Cholpon Ata –> Karakol   143 km
Kirgisistan

Issyk Kul

Der Issykul-See ist elfmal so groß wie der Bodensee und stolze 692 Meter tief, er wird als das Kirgisische Meer bezeichnet, ist leicht salzhaltig und weist einen super schönen blauen Farbton auf. Es gibt hier ein Petroglyphenfeld (in die Steine werden Umrisse von Steinböcken eingezeichnet).

In Karakol sollte man zwei Sehenswürdigkeiten nicht verpassen, die dunganische Moschee, welche ohne einen einzigen Nagel errichtet wurde und die griechisch-orthodoxe Kirche.

2. Juli 2017  Karakol –> Kochkor   250 km
Kirgisistan

Kochkor

Entlang des Issykul-Sees ging es weiter und fast war dieser schon umrundet, als es in das kleine Seitental Dshety Oguz (=7 Stiere) ging. Die Zeit nagt an der Felsformation der sieben Stiere, so dass es mittlerweile schon acht bis zehn daraus geworden sind. Sie blicken in einem tiefen Rot aus den grünen Hügeln hervor.

Weiter nach Skazha, hier beginnt ein toller Steincanyon, je näher man hinein wandert desto mehr erinnern die Steine an Tiere, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Oben steht eine Jurte, vor dieser saß ein junger Kirgise mit seiner Gitarre und sang Lieder. Eine Erholung für die Seele.

Am Abend erreichten wir ein Guesthouse, welches uns die Gastfreundschaft der Kirgisen in vollem Umfang zu Teil werden ließ. Es wurde (so wie man es in den Reisführern lesen kann) aufgetischt. Hier muss man unbedingt eine Nacht verbringen, sonst ist man nicht in Kirgisistan gewesen.

3. Juli 2017  Kochkor –> Suusamyr   180 km
Kirgisistan

Suusamyr

Auch das Frühstück wurde uns hier gereicht. Die Menschen hier benötigen kein Bio-Siegel, es ist alles Bio und alles schmeckt so, wie es schmecken soll. Hoffentlich wird Rotel diese Guesthouse noch oft anfahren…

Unter der Anleitung einer Kirgisin wurde ein kleiner Filzteppich hergestellt, der uns den Rest der Reise begleitete. Es wäre schön zu wissen, wo dieser ein neues zu Hause findet.

Die Landschaft hier um den Kyz Art Pass ist ein wenig mit der Mongolei vergleichbar, Weite durch Bergketten begrenzt. Der Besuch einer Nomadenfamilie durfte ebenfalls nicht fehlen.

Der Weg durch das Suusamyr-Syrte ist einfach nur schön. Die Gebirgszüge weisen wundervolle Farben in allen Varianten von weiß über rot und grün auf. Entlang eines Flusses ging es durch diese Hochebene, ein Platz am Fluss war heute für die erste Wildübernachtung angesagt. Beim Abendessen überraschte uns ein Regenschauer und so endete der Tag mit einem tollen Blick auf einen leicht sichtbaren Regebogen zwischen den Bergen.

4. Juli 2017  Suusamyr –> Koktogul Stausee   250 km
Kirgisistan

Ala-Bel-Pass

Weiter ging es durch die Hochebene, die auf einer Postkarte nicht schöner hätte abgebildet werden können. Wir überquerten den Ala-Bel-Pass mit 3.184m und dann ging es zügig zum Togtokul-Stausee. Auf die geplante Übernachtung in Karakul wurde verzichtet, stattdessen wurde das Nachtlager am Koktogul Stausee aufgeschlagen. Es war immer noch ziemlich warm und der Sonnenuntergang war ein Traum. Hinter uns –über dem Gebirge- zog ein Gewitter auf, aber das Farbenspiel zuvor, das kann man nicht beschreiben.

5. Juli 2017  Koktogul Stausee –>Karakul –> Osch   240 km
Kirgisistan

Osch

Heute hatten wir noch sehr angenehme Temperaturen, aber das sollte in Osch anders werden; 40 Grad und mehr waren für die nächsten zwei Tage angekündigt. Oh je, wären wir bloß schon im Pamir in luftig kühler Höhe. Die Grenze zu Usbekistan begleitete uns heute ein ganzes Stück, diese ist hier nur durch einen unspektakulären Zaun getrennt. Ein kurzer Abstecher führt nach Uzgen, um die Vorlage für das Minarett von Buchara zu bestaunen, sowie ein Mausoleum welches im persischen Stil errichtet wurde. Von hier aus war es nur noch ein Katzensprung nach Osch, der Abend endete in einem Biergarten.

6. Juli 2017  Osch  0 km
Kirgisistan

Osch

Es sollte heute doch nicht so heiß werden wie befürchtet und so ging es auf den Suleiman-Too, ein für die Kirgisen heiliger Berg, welcher mittlerweile zum Weltkulturerbe zählt. Ein schöner Spaziergang führte uns rund um den Berg und danach konnte auf eigene Faust einer der größten Bazare erkundet werden. Mitten in Osch steht ein kleines Riesenrad, diese Freude konnte man uns nicht nehmen, hier einmal mitzufahren. Von hier oben aus konnte man den Kindern zusehen, wie diese den Fluss in „ihr Freibad“ umwandelten.

7. Juli 2017  Osch –> Sary Tash   180 km
Kirgisistan

Sary Tash

Ab heute beginnt für mich der spannendste Teil der Reise. Der Pamir-Highway! Was uns wohl erwarten würde? Entlang des Gultscha Flusses ging es langsam aber sicher höher und höher. Die Passstraße windet sich in allen erdenklichen Kurven, schraubt sich nach oben und windet sich auf der anderen Seite wieder nach unten. Bis hierher ist es schon super schön, bin schon gespannt was der Pamir uns noch so alles zeigt.

Immer wieder taucht eine Jurte auf mit der kompletten Familie. Durch die Schulferien haben die Familien die Möglichkeit alle zusammen hier auf den Hochweiden zu sein. Dann war auch schon Sary Tash erreicht. Statt dem klassischen allabendlichen TV-Programm sich zu widmen, saßen wir auf einer Decke und betrachteten den Sonnenuntergang im Hintergrund lauter schneebedeckte Sechstausender.

8. Juli 2017  Sary Tash –> Karakulsee   100 km
Tadschikistan

Kyzyl-Art-Pass

Von den Bergen gibt es in Kirgisistan und in Tadschikistan so viele, dass nicht einmal jeder Berg einen eigenen Namen hat. Auch heute Morgen ließen sich die Berge ohne Wolken betrachten und man hat keine Worte dafür, das kann man nur erleben!

Die letzten Meter in Kirgisistan lagen vor uns. Es ging über die Grenze am Fuße des Berges und im Anschluss bis zum Pass, um dann oben auf dem Pass nach Tadschikistan einzureisen. Nein, das geht nicht über einen PC, sondern man wird in einem Heft mit kariertem Papier nacheinander per Hand eingetragen. Also braucht alles seine Zeit und man kann die Weite genießen.

Am Abend saßen wir noch in gemütlicher Teerunde im Homestay, bevor wir das extra für uns eingeheizte Bad genießen durften.

9. Juli 2017  Karakulsee –> Murgab   140 km
Tadschikistan

Murgab

Die weitere Fahrt führte uns rund um den Karakulsee in seinem reinen Blau, da auch dieser nur von Gletscherwasser gespeist wird. Mit Blick auf den Siebentausender Peak Lenin entstand das Gruppenfoto der Rotel Reisegruppe.

Heute führte uns der Weg entlang am Chinesischen Grenzzaun, dieser wurde von den Russen errichtet und wenn die Tadschiken Holz benötigen, dann bauen Sie immer mal wieder ein Stück davon ab. Unterwegs waren nun auch immer mehr Yaks zu sehen. Der höchste Punkt des Pamirs wurde heute mit 4.655m erreicht und auch hier ist das Farbenspiel und dessen Vielfalt immer noch da und hört nicht auf.

Etwas weiter winkten Tadschiken, welche mit Ihrem Auto samt Anhänger im Fluss steckengeblieben sind. Diese konnten es nicht glauben, dass wir eine Seilwinde an Board hatten und so hatte diese eine wirklich sehr guten Einsatz geleistet; manchmal ist es schon gut, wenn man so perfekt ausgestattet ist und einfach Hilfe leisten kann.

10. Juli 2017  Murgab –> Bulunkul    130 km
Tadschikistan

Ostpamir

Rund um Murgab im Ostpamir ist es traumhaft schön grün.  Auf der weiteren Tagesreise trafen wir im Nirgendwo eine Familie, welche sich hier niedergelassen hat. Zwei Frauen kochten draußen auf dem Feuer Milch und die ganze Familie war mit dabei. Hinter dem Haus leben die Ziegen und die zwei kleinen Baby Yaks. Die frischen Milchprodukte in ihrer Reinheit sind ein Genuss zum Probieren und werden uns lange in Erinnerung sein.

Etwas weiter lag eine Quelle, auch hier ist das Wasser mehr als nur klar und einmal im Jahr kommen hier weiße Fische zurück, allerdings nicht zu der von uns bereisten Jahreszeit.

Das Tagesziel Bulunkul war erreicht und man erlebt oft, dass wenn das Rotel kommt das Interesse der Einheimischen groß ist, hier in diesem kleinen Ort war es besonders groß. Es hätte der Eindruck entstehen können, dass dieses Dorf nur von Kindern bewohnt wird. Wir hatten die Gelegenheit, mit dem Rotel bis nach oben zu fahren und so erschloss sich der Blick über zwei Seen.

11. Juli 2017  Bulunkul –> Chorugh   90 km
Tadschikistan

Chorugh

Wieder einmal begleiteten uns heute die Murmeltiere, aber diese sind schon sehr scheu, denn sobald diese ein Geräusch wahrnehmen sind sie weg, ohne dass man sie überhaupt wahrnehmen konnte.

Inmitten dieser Landschaft gibt es ein kleines Dorf mit heißen Quellen. Leider wird es bei dieser Reise das letzte Mal gewesen sein, dass dieses besucht werden konnte, denn die Überfahrt über die Brücke war nur ohne Passagiere mit dem Rotel möglich.

Der uns begleitende Fluss wurde immer größer und so konnte man schon ein wenig die Schneeschmelze erleben. Ein Dorf ist wegen der vielen Wassermassen nicht mehr zu durchqueren gewesen, so haben die Menschen hier sehr schnell weit oberhalb des Dorfes einen Damm gebaut, welchen wir passieren konnten.

12. Juli 2017  Chorugh –> Kurz vor dem Vanc Tal   90 km
Tadschikistan

Vanc Tal

Um die Übersicht über das ganze Tal erblicken zu können, ging es per Taxi in den auf der Höhe liegenden botanischen Garten. Hier konnte man die ganze grüne Vielfalt inmitten der auf 2.065 m hoch liegenden Stadt mit kontinentalen Klima bestaunen. Auch war der erste Blick auf Afghanistan geboten. Daher ging es die nächsten Tage durch das Tal, zwischen Tadschikistan und Afghanistan, welches nur durch den Fluss getrennt ist. So wie es auf der tadschikischen Seite eine Straße gibt, wird derzeit auch von den Afghanen eine Straße gebaut, diese wird kurzerhand aus dem Bergmassiv herausgesprengt.

Eine traumhafte außerplanmäßige Wildübernachtung beendete den Tag. Auch heute kann man wieder sagen, die Strecke ist eigentlich nicht in Worte zu fassen, Berge, Berge und nochmals nicht endend wollende Berge. Es ist schon ein Unterschied, ob man im Reiseführer liest dass ca. die Hälfte des Landes oberhalb von 3.000 m liegt oder ob man die Chance hat, dieses live mitzuerleben.

13. Juli 2017  Kurz vor dem Vanc Tal –> Kalaikum   240 km
Tadschikistan

Kalaikum

Seit wir entlang der afghanischen Grenze unterwegs sind, konnten wir die zweite Brücke, welche die beiden Länder verbindet sehen. Die Bewohner beider Länder sind zwingend Selbstversorger und wenn man dann zwischen den Bergen ein Stückchen grün entdeckt, dann möchte man gar nicht wissen wie mühselig es hier ist, dieses Stückchen Erde zu bewirtschaften. Der Respekt gegenüber den Einwohnern hier wird immer größer, denn es ist eine Kunst hier zu wohnen, aber wunderschön.

14. Juli 2017  Kalaikum  0 km
Tadschikistan

Kalaikum

In Kalaikum stand ein Tag Pause/Erholung auf dem Programm. Morgens besichtigten wir die alte Stadt Karon und dann hatten wir Zeit die ganze Natur, das Erlebte auf uns wirken zu lassen. Auf dem Marktplatz haben wir die leckere Küche Tadschikistans genießen können. Im Rotel wurde die letzte Nacht verbracht, da wir auf Grund eines Erdrutsches die alternative Route nicht fahren konnten (manchmal ist auch ein kombinierter 20-Sitzer Rotelbus zu groß).

15. Juli 2017  Kalaikum –> Dushanbe   281 km
Tadschikistan

Dushanbe

Diese Strecke ließ uns heute Erleben, was für ein Glück wir auf der ganzen Reise hatten. Bei wunderschönem Wetter ging es mit den Taxis über das Gebirge. Oben auf dem Pass konnte der letzte Blick in die Berge gewonnen werden, bevor es auf der Schotter- und Lehmstraße bei einsetzendem Regen in Richtung Dushanbe weiterging. Auf diesem Wege konnte man schon die immensen Naturveränderungen sehen, denn hier bauen die Tadschiken mit über 4.000 Mann einen neuen Staudamm.

Bevor man in mit dem Auto nach Dushanbe einfahren darf, muss man dies waschen lassen.

16. Juli 2017  Dushanbe   0 km
Tadschikistan

Hissar

Nach den vielen Naturerlebnissen, besuchten wir die Festung Hissar. Da es Wochenende war, heiraten hier sehr viele Tadschiken (ca. 100 Paare pro Wochenende). Das ist ein richtiges Spektakel, nur dass die eine oder andere Braut dabei nicht so ganz glücklich wirkt.

Ein Blick noch in die Moschee und dann ging es zum Abschluss der Reise in das Teehaus Rochat, wie lange dieses noch stehen bleiben wird steht in den Sternen, denn es soll einem Geschäftshaus weichen.

17. Juli 2017  Dushanbe –> Istanbul –> Frankfurt   5.250 km

Mit dem heutigen Tag endet eine echte Abenteuerreise und es wäre zu wünschen, dass diese Reise auf dem Pamir Highway noch viele erleben dürfen. Ich würde mir wünschen, dass sich die Länder Kirgisistan und Tadschikistan ihre Schönheit bewahren können.

 

Bei Anregungen, Fragen  etc. darf man mich direkt kontaktieren (michaela.lohrer@freenet.de).

Für eine weitere Veröffentlichung außer auf dem Reiseblog der Rotel Tours bedarf es der Genehmigung von Michaela Lohrer.

Wanderreise Insel Ischia

von Karl-Heinz Schein

Nein, es ist nicht die typische Rotelreise, aber sie ist wunderschön und sehr zu empfehlen. Ich rede von der Wanderreise Nr. 618, der „Wanderwoche auf der Insel Ischia“. Auf eine ausgewogene Mischung aus geführtem Wandern, Erholen, italienischer Kulinarik und eigener Programmgestaltung an den freien Tagen freuten sich in der Osterwoche 12 Rotel-Gäste, unter anderem meine Frau und ich.

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Iran – ein Reisebericht

Reise in den Iran
von Alois Aichholzer

Die überwiegende Anzahl der Iranreisenden konzentriert sich auf die Region zwischen Qom und Shiraz. Doch hat das Land viel mehr zu bieten. Wir, ich war mit meinem Bruder auf dieser Rotelreise unterwegs, kamen bis an die Grenze zur Türkei und erkundeten sodann auch den Westen des Iran. Wenn manchmal auch gesagt wird, dass man wegen der Natur nicht dorthin zu fahren braucht, so gibt es eindrucksvolle Landschaften mit Bergen und Wüsten, die mehr als die Hälfte der Fläche des Landes einnehmen. Die hohen Berge im Norden blieben allerdings wegen starker Regenfälle, die auch zu Überschwemmungen führen, meist von Wolken verhüllt. Weiterlesen

4 Räder Küche Bett – Reisen mit dem Rollenden Hotel

Rotel Tours Das Rollende Hotel

Vor einiger Zeit nahm ich als „Neu-Rotelianer“ an einer Rundreise durch Italien mit dem Rollenden Hotel teil und – was soll ich sagen – war restlos begeistert. Das Reisekonzept, die Mitreisenden, „meine“ Rotel-Schlafkabine – all das zog mich sofort in seinen Bann (so dass dies nicht meine letzte Reise mit dem feuerroten Gefährt gewesen sein sollte). Einige meiner Freunde jedoch konnten meine Vorlieben für diese Art des Reisens trotz meiner begeisterten Erzählungen einfach nicht nachvollziehen, was mich dazu veranlasste, den nun folgenden – frei nach dem Stilmittel der Hyperbel – hemmungslos ironisch überzeichneten (!) Bericht zu schreiben. Denn dies gilt es bei der Lektüre dieser Vergewaltigung des lateinischen Buchstabenkontingents (welche die Besonderheiten einer Rotel-Reise darzulegen versucht) zu beachten: Ich war von der kompletten Reise beeindruckt und mein großer Dank gilt dem gesamten Rotel-Team (Busfahrer, Reiseleiter, örtliche Führer, Mitarbeiter im Büro) für diese unvergessliche Erfahrung. Italien war ein einziger Traum, die Organisation und auch die Campingplätze (mit einer einzigen Ausnahme;-) und anders als es vielleicht im Folgenden zum Ausdruck kommt;-)) ohne Makel. Alle Namen sind geändert und Ähnlichkeiten mit noch aktiven oder sich bereits im Ruhestand befindlichen Rotel-Reisenden rein zufällig.

Besonderheit Nr. 1: Der Busfahrer

Die besondere Reiseform des „Rotels“ bedingt auch eine herausragende Funktion des Busfahrers: Nicht nur ist er dafür zuständig, unser Schlafgemach (den Rotelanhänger – das Rollende Hotel) samt einem Haufen Flöhe (die Reisegäste) sicher von A nach B zu bringen. Nein, auch was die Verpflegung in der Rotelküche betrifft, ist er der unangefochtene Chef de Cuisine… Unser Busfahrer, Robert, sah aus wie ein Armani-Model (zur Verzückung sämtlicher unserer weiblichen Reiseteilnehmerinnen zwischen 16 und 85 Jahren;-)) mit einer Fitness, dass es den Eindruck erweckte, er könne ohne mit der Wimper zu zucken den Mount Everest besteigen – und zwar in der Funktion eines Sherpas. Allem Anschein nach hatte er eine Klausel in seinem Vertrag, die ihn daran hinderte, in der gesamten Woche mehr als 40 Wörter zu sprechen. Dafür war er mit einer geradezu väterlichen Ruhe bereit, auch auf die 37. Frage eines Reisegastes das Luftdruckbremssystem des Busses zu erläutern und wurde niemals müde, als eine Art „Back-up-Guide“, seine „Schäfchen“ (= die Reisegäste), die sich während der Führungen auf „Abwege“ zu begeben drohten, wieder zur Herde zurückzuführen. Zudem war er mit einem entwaffnenden Lächeln gesegnet, dass wohl sogar dem ein oder anderen Schweizer Gardisten im Vatikan ein Zucken der Mundwinkel zu entlocken vermochte;-)…

Besonderheit Nr. 2: Der Rotelalltag mit dem Rollenden Hotel

Sobald das Rotel den nächtlichen Übernachtungsplatz erreicht hat, treten – und das ist vor allem für die Hobby-Anthropologen unter uns interessant – längst vergessene archaische Rollenmuster in Kraft: Männer, für die es im Büroalltag das höchste der Gefühle bedeutet, neue Klammern in den Tacker einzusetzen, werfen ihre zwei linken Hände in Arbeitshandschuhe und beginnen, beim Hantieren mit Zeltstangen ihre Manneskraft unter Beweis zu stellen (Ziel: Schlafgemach bezugfertig machen). Während unter Frauen, bei denen ich hätte schwören können, dass sie ein gerahmtes Foto von Alice Schwarzer im Wohnzimmer stehen haben und ohne zu zögern bereit wären, für die Einführung von Ampelfrauen zur Gleichberechtigung zu demonstrieren, ein Kampf um die wenigen Küchenmesser entbrennt und über das fachgerechte Schnitzen von Schwänen aus Radieschen gefachsimpelt wird als gelte es darüber zu promovieren (Ziel: Vorbereitung des 5-Sterne-Abendmenüs).

Besonderheit Nr. 3: Das Reiseziel

Allen, die schon immer einen Einblick erhalten wollten, wie sich Hannibals Soldaten bei ihrem Gewaltmarsch über die Alpen wohl gefühlt haben mochten, sei eine Reise nach Rom (um nur einen unserer zahlreichen Besichtigungshöhepunkte herauszugreifen) mit unserem duce Andrea empfohlen. Schon die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Touristenbusse dürfen im Stadtzentrum nur eingeschränkt verkehren) gewährt einen faszinierenden Einblick in vergangene Epochen oder wie es ein Reiseteilnehmer so treffend auszudrücken vermochte: „Also, an den S-Bahn-Waggons kann man den Rost auch schon mit der C14-Methode zurückdatieren.“. Hat man es einmal ins Stadtzentrum geschafft, kann man sich vor allem beim Besuch der Vatikanischen Museen nicht nur Überlebensstrategien für den täglichen Kampf um einen Stehplatz in der Münchner U-Bahn aneignen, sondern auch eine Kostprobe erhalten, wie sich wohl der jährliche Hadsch nach Mekka anfühlt;-) (oder wie es unser duce ausdrückte: „Sie fahren jetzt bitte die Ellbogen aus und bilden eine germanische Kampfeinheit, sonst kommen wir da nicht lebend raus…“).
Nein, im Ernst, Rom ist a Draum: Vor allem Kunstbanausen wie ich, die im Alltag schon am „Malen nach Zahlen“ ihrer Lokalzeitung an ihre Grenzen gelangen, sind reif für ein Sauerstoffzelt, wenn sie feststellen, dass sich in der Sixtinischen Kapelle nicht hier und da mal ein schnuckeliges Fresko im Deckenwinkel blicken lässt, sondern buchstäblich die GESAMTE Kapelle ein einziges Fresko darstellt…Dieser Michelangelo hatte es schon drauf, das muss man ihm lassen;-)…Ja, endlich Zeit angesichts dieses grandiosen Ausblicks in höheren Sphären zu schweben und sich der erhabenen Stille hinzugeben….Äh ja, dieses edle Vorhaben scheitert nicht nur an den etwa 2 Millionen weiteren Besuchern der Kapelle (samt deren Selfiesticks), sondern vor allem am in regelmäßigen Abständen mit gefühlt 100 Dezibel durch die Lautsprecher dringenden /schschschsch/ (eine Bekannte von mir arbeitet als Sprachheillehrerin und würde sich wünschen, in Übungsstunden mit Kindern, die diesen Laut noch nicht beherrschen, auch nur annähernd an diese Frequenz heranzukommen;-)). Nicht zu vergessen die ca. 50 Angehörigen des italienischen Militärs, die den Besuchern in Dauerschleife merklich genervt die Phrasen „no photo, no video“ in 278 verschiedenen Sprachen einschließlich der japanischen Gebärdensprache entgegenschleudern;-)…

Besonderheit Nr. 4: Die Campingplätze

Ja, Bella Italia hat schon viel an beeindruckenden Kunstschätzen zu bieten… Dass einige der örtlichen Campingplätze wohl in nächster Zeit nicht auf die Weltkulturerbeliste gesetzt werden, hat unterschiedliche Gründe, die hier nicht näher ausgeführt werden sollen;-)…Aber sobald man bereit ist, auf einige Errungenschaften der modernen Zivilisation (sagen wir, Klobrillen;-)) zu verzichten, kann man in jedem Fall viel Spaß haben… Nur eines wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben (und vielleicht frage ich hierzu nochmal beim Orakel von Delphi nach, sollte ich da mal wieder vorbeikommen oder besser –rollen;-)): Warum in Campingplatzduschen nur die Möglichkeit besteht, sich entweder Verbrennungen 3. Grades zuzuziehen oder bei einer akuten Unterkühlung den Verlust zweier Zehen zu riskieren…;-)…WARUM??

Besonderheit Nr. 5: Der Koffertag

Nur wenig, was ich in meinem Leben bisher sehen durfte, reichte so nahe an die kindliche Freude beim Auspacken der Weihnachtsgeschenke heran, wie die glänzenden Augen erwachsener (!) Rotelreisender beim Anblick ihres Gepäcks am sogenannten „Koffertag“. Da – anders als von der Band „Silbermond“ so radiotauglich besungen – heutzutage kein Mensch mehr mit „leichtem Gepäck“ reist, die Aufnahmekapazität einer Rotelschlafkabine im Rollenden Hotel aber begrenzt ist, ist es erforderlich, einen Teil seines Gepäcks in einer gesonderten Tasche unterzubringen, während man nur im 3-Tages-Rhythmus Zugang zum gesamten „Hausstand“ erhält. Schon beim Frühstück am „Koffertag“, diesem „Feiertag“ des Rotellebens, liegt eine besonders aufgekratzte Stimmung in der Luft – begleitet von regelmäßigem Wispern und Flüstern der Reiseteilnehmer, wobei für den aufmerksamen Zuhörer immer wieder das Wort „Koffer“ zu vernehmen ist. Kurz bevor die Spannung am Zerbersten ist, wird der Campinglatz erreicht und sofort jeder Quadratmillimeter Boden von den germanischen Truppen annektiert … Koffer werden geöffnet, es wird umgeräumt, geflucht, Kleidungsstücke fliegen durch die Gegend … bis dann doch wieder alles beim Alten ist und man feststellt, dass man das Unterhösle für den nächsten Tag dann doch im Koffer vergessen hat;-)…

Besonderheit Nr. 6: Die Rotelianer

Wie nicht anders zu erwarten, gehören Personen, welche sich für die oben genannte Reiseform entscheiden, einem besonderen Völkchen an (manche würden auch einfach sagen: sie sind nicht ganz dicht;-)) – unter Insidern „Rotelianer“ genannt. Verwöhnte Mitteleuropäer, die einmal den Luxus hinter sich lassen wollen, um herauszufinden, was die Welt im Innersten zusammenhält, werden…tja…es auf einer Rotel-Reise wohl auch nicht herausfinden, dafür aber definitiv um eine (grandiose) Erfahrung reicher!
Exemplarisch seien hier einige Archetypen vorgestellt, wie sie mir (so oder so ähnlich) auf der Italien-Reise begegneten und (wie ich aus sicherer Quelle erfuhr) auch auf anderen derartigen Reisen (mit ein wenig Phantasie;-)) immer wieder anzutreffen sind:

Archetyp 1: Der Zivi

Dieser Alt-68er fühlt sich beim Anblick älterer Damen in der Reisegruppe wieder in seine Jugend als Revoluzzer zurückversetzt und sieht sogleich seine Chance, ein paar positive Karma-Punkte zu sammeln, wenn es darum geht, genannte Frauen älteren Semesters die Spanische Treppe herunterzugeleiten. Auch wird er nicht müde, über die Problematik des Mikroplastiks im Pazifik zu dozieren und ist daher stets gewillt, Neu-Rotelianer in die umweltschonende Duschwassernutzung oder das platzsparende Packen der „3-Tages-Tasche“ einzuweisen.

Archetyp 2: Der Erfahrene

Dieses Rotel-Urgestein hat in seiner Schlafkoje schon jedes Fleckchen Erde vom Hindukusch bis zum südchinesischen Meer an sich vorbeiziehen sehen und wäre daher mehr als prädestiniert, endlich eine eigene Dokumentationsreihe bei „ZDF-Info“ zu erhalten. So versüßt er den Mitreisenden die Abendstunden mit detaillierten Anekdoten über die Übernachtung unter freiem Sahara-Sternenhimmel oder darüber, wie er eigenhändig eine Kobra in Indochina erlegt hat … Netter Nebeneffekt: Spätestens jetzt haben alle Mitreisenden die nötige „Kabinenschwere“ (an dieser Stelle einen herzlichen Dank an den Autoren Manfred Schmidt für diesen wunderbaren Begriff!) erreicht, um in ihre Schlafkojen zu kriechen;-)….

Archetyp 3: Die Naturverbunde

Für sie bedeutet es die größte Herausforderung, mit Einstieg in den Rotel-Bus auf ihre ökologisch wertvolle Vegannahrung zu verzichten. So sind von ihr regelmäßig hilfreiche Hinweise über ein Leben im Einklang mit den fünf Elementen zu erhalten. Auch ist sie nicht bereit, auch nur einen Fuß in die römische U-Bahn zu setzen, solange ihre speziell energetisch gereinigten Schuhsohlen sie nicht vom Aufnehmen der negativen Bodenenergie bewahren … Dafür stellt sie einen unersetzlichen Teil des „Küchenteams“ dar, das jede noch so spartanisch anmutende Rotel-Kost mit einigen kleinen Handgriffen in ein 5-Sterne-Genuß-Menü zu verwandeln vermag.

Alles in allem ist auf einer Rotel-Reise mit dem Rollenden Hotel also mit den exakt gleichen Zeitgenossen zu rechnen, denen man auch in der Münchner U-Bahn, einer schwäbischen Besenwirtschaft, einem Krankenhaus in Oberfranken oder einem Lufthansa-Flugzeug begegnen könnte … Es lebe die Vielfalt!

Text: anonym

Illustration: Architekt Hartmut Geffke