Rotel Reiseblog

AUSGRABUNGEN IM JAHRE 3000 ÜBER DIE BLAUSACKMENSCHEN

Wir befinden uns im Jahre 3000 unserer Zeitrechnung. Ein seltsames Gefährt ist ausgegraben worden und zur Besichtigung freigegeben. Folgende Ausführungen sind zu hören:

Meine Damen und Herren!

Wir stehen hier vor einem Haus, das unseren Archäologen viel Probleme aufgegeben hat. Professor Papakides aus der nekropoligeschen Abteilung hat es lange Zeit für „Grabkammern“ gehalten.

Doch später fand man heraus, daß dieses Haus auf Rädern fuhr und so fragte man sich mit Recht: „Warum sollte man Grabkammern durch die Welten fahren? Tatsächlich stellte man dann auch fest, daß dieses Haus von einem sogenannten „Bus“ gezogen wurde, und dessen Überreste Sie dort hinten sehen. Dieser sogenannte Bus gibt uns auch Probleme der Zeit vor über 1000 Jahren auf; doch davon später.

Zunächst zu den vermeintlichen Grabkammern: Das Haus bot Platz für – – Moment bitte, dakapen – ikosie, ikosie – esse, trianda, triande – esse – hm – hm -für 39 Personen. Da der Bus auch über eine solche Anzahl von Sitzen verfügte, kam man zu der berechtigten Annahme, daß diese Grabkammern nur für die Nacht

verwendet wurden. Es ergeben sich viele Fragen zur Soziologie dieser Sippe oder des Stammes. Wichtig für unsere Soziologen ist, daß im Bus alle Sitze auf gleicher Höhe sind. Nur zwei Sitze, sonderbarerweise sind es die ersten im Bus, sind niedriger angebracht. Es ist anzunehmen, daß diese Sitze bestimmt waren für die Untermenschen dieses Stammes. Es muß sich um die Diener der übrigen gehandelt haben. Warum ihnen die ersten Plätze zukamen, gab Anlaß zu folgender Spekulation: Vielleicht wollten die anderen Übermenschen diese Diener immer im Auge behalten. Aber auch der Wagen mit den Kammern, den wir nun richtiger Kastenwagen nennen wollen, gibt uns soziologische Probleme auf. Die Anordnung der Kästen lässt

darauf schließen, daß sich der Stamm in drei Schichten unterteilte: Eine Oberschicht, eine Mittelschicht und eine Unterschicht. In ihren Ansprüchen müssen sich die drei Schichten kaum voneinander unterschieden haben, denn auch die Kästen der Oberschicht weisen keine besonderen Verzierungen auf. Nicht einmal einen Haken.

Was von besonderer Wichtigkeit ist, ist die Tatsache, daß es nur zwei Kastenreihen für zwei Menschen nebeneinander gab, aber neun Kastenreihen für

Individualisten. Dies ist ein Beweis mehr für die Hypothese, daß die Menschen der damaligen Zeit lieber für sich blieben und nicht verheiratet sein wollten oder sein konnten. Man bedenke: Über zwei Drittel des Stammes waren nicht bereit, den Kasten zu teilen. Ich lenke auch Ihr Augenmerk auf die kleinen Holzleisten an den Decken der großen Kästen. Sie geben die Möglichkeit, in besonderen Notsituationen auch die großen Kästen in zwei kleine zu unterteilen.

Nun werden Sie, meine Damen und Herren, fragen: „Wovon lebten diese Menschen?“ Lange Zeit fand man keine Spur, bis man einen BLAUEN SACK MIT ESSENSRESTEN und Behälter gefunden hat, die uns eindeutig Aufschluß geben. Die tiefen Behälter bewiesen: Die Menschen der damaligen Zeit ernährten sich fast ausnahmslos von

Suppe. Fleischgerichte kannten sie offenbar nicht. Möglicherweise konnten sie sich auf diese Art schlank und klein halten, so daß sie in den Kästen überleben konnten. Sie scheinen allerdings auch Eier und einen gewissen Schmierkäse bevorzugt zu haben, wie die Aufschriften auf den Funden in den blauen Säcken beweisen. Ja, Sie haben recht gehört – ich sagte: BLAUE SÄCKE, denn mehr und mehr wurden ausgegraben, so das wir über die Spur der BLAUSACKMENSCHEN gut im Bilde sind.

Fast alle Spuren führen nach Norden. Dort muß mal ein Land gelegen haben, auf das dieser Buchstabe am Bus zutrifft, der in den Ländern des Nordens „D“ genannt wurde und unserem „delta“ entspricht. Nun weiß man, daß man vom Delta spricht, wenn sich Schmutz und Schlamm anhäufen. Ob dieser Stamm mit solch einem Delta

in Zusammenhang zu bringen ist, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Die Spur der BLAUSACKMENSCHEN enthält noch mehr Mysteriöses: Obgleich diese Menschen aus dem Bereich nördlich der Alpen zu kommen scheinen, finden sich in den Säcken kaum Spuren von Bier, das nach Aussagen unserer Spezialisten

das alleinige Getränk in dem Gebiet gewesen zu sein scheint, sondern es fanden sich Unmengen von Flaschen, die einstmals Wein enthielten und – man höre und staune – Becher mit Kaffee- und Teeresten. Mit den BLAUSACKMENSCHEN scheint sich also eine gewisse Dekadenz der nördlichen Kulturen anzubahnen.

Besonderes Kopfzerbrechen verursachte unseren Blausackkologen die Aufschrift – PA-PA an dem Bus. Wie man aus der überwiegenden Anzahl der Einzelkästen entnehmen kann, wird es sich bei der geringen Bereitschaft zur Vaterschaft kaum um einen „Papakult“ gehandelt haben.

Spezialisten der Blausackperioden wollen vielmehr folgendes herausgefunden haben:

Der auf beiden Busseiten verewigte GEORG HÖLTL stand in besonderer Beziehung zu dem obersten Oberhaupt seiner Kirche, dem Papst, dessen Name im damaligen Vatikanstaat „Papa“ war.

Wenn das so war, so geben nun allerdings die Farben dieses einzigartigen Hauses neue Probleme auf:

Die BLAUSACKMENSCHEN konnte man politisch einteilen in Rote und Schwarze. Anhänger des PA-PA-Kultes im Vatikan liebten die schwarze Farbe, die anderen waren die Roten. Man sollte also annehmen, daß bei Georg Höltl die schwarze Farbe überwiegen würde. Sie erkennen aber, daß Rot verherrscht. Sogar eine riesige Plane, deren Zweck noch nicht erforscht wurde, ist in makellosem Rot gehalten. Dies alles ist sicherlich der Grund dafür, daß dieser Kastenwagen „ROTEL“ genannt wurde.

Sie erkennen, meine Damen und Herren, unsere Wissenschaftler werden noch alle Hände voll zu tun haben, um hinter die letzten Geheimnisse dieses Gefährts

zu kommen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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